Backen

Shortbread

Das war ja klar, dass das nicht so einfach ist. Die Cookies, die ich jetzt zum zweiten Mal gebacken habe, basieren auf einem Shortbread-Rezept:

  • 1 Teil Zucker
  • 2 Teile Butter
  • 3 Teile Mehl

Dieses Verhältnis muss einen gut formbaren Teig ergeben. Das ist die Basis. Und dann dürfen die Dinger nicht im Backofen schmelzen wie Wachs. Das tun nämlich meine Cookies. Ich muss noch mal einen dritten Test mit den Mengenverhältnissen machen, allerdings ist dabei die Schokolade nicht berücksichtigt.

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Backen

Cranberry White Chocolate Shortbread Cookies

Im Backen bin ich nicht so der Meister. Es schmeckt zwar ganz ordentlich, was alleine die Zutaten schon mitbringen, aber was Konsistenz und Temperatur und Backdauer angeht, fehlt mir die Erfahrung mit Kuchen und Keksen. Ich backe meistens einen Standardkuchen.

Zur Weihnachtszeit überlege ich, Kekse zu backen, aber „backen“ heißt bei mir Backen lernen.

Vor Weihnachten wollen wir mit der Irish Dance-Gruppe ein bisschen feiern und ich überlege, Cookies mitzubringen. Meine Tante hat etliche Rezepte aus England. Eines davon fand ich sehr ansprechend: Cranberry White Chocolate Shortbread Cookies.

Meine sehen im Vergleich zu denen im Link aus wie die verkohlte Version.

Sie sind zu braun geworden, obwohl ich sie fünf Minuten früher rausgeholt habe. Es sind auch viel mehr geworden als ich dachte. Ich werde einen zweiten Versuch starten. Und so platt sollen sie eigentlich auch nicht werden.

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Tanz

Kommen, um zu bleiben

Nachdem ich jetzt Bass und Gesang als Bereicherung empfinde, könnte Irish Dance ebenso etwas Ernstes werden. Ich habe ein besseres Gefühl als beim Ballett, was eigentlich nicht am Ballett liegt. Ich bräuchte nur anderes Ballett. Das umzusetzen wäre aber etwas aufwändig, auch wenn ich weiß, dass der Bedarf da ist. Vielleicht ist es einfacher zu wechseln. Im Irish Dance ist ja alles bereits vorhanden, das muss ich nicht erst erarbeiten.

Den Unterricht im Rahmen des Hochschulsports gibt eine Freundin von mir, die mich immer wieder um Rückmeldung bittet, was nicht heißt, dass ich so ein toller Rückmelder bin, sondern, dass sie so reflektiert ist. Sie macht es wirklich sehr gut, sie ist eine ganz hervorragende Lehrerin. Die Gruppe ist groß und extrem homogen. Man kommt nicht schnell voran, aber intensiv. Wir haben Spaß und ich glaube, es ist für viele ein ganz gutes Mittel, um aus sich raus zu kommen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Kraft und Potential hinter Zurückhaltung steckt. Egal, wie jemand auftritt, es sagt nichts darüber aus, was dahinter steckt, was noch möglich ist, was gewollt oder beabsichtigt ist, auch wenn es formal immer etwas schief bleibt und nie perfekt ist. Je älter ich werde, desto mehr genieße ich die Motivation an sich. Das bedeutet natürlich trotzdem, dass ich weiter trainiere und verbessere und darüber meine Grenzen und Möglichkeiten kennen lerne.

Der Unterricht im Turn- und Sportverein ist schon etwas anders. Alleine das Gebäude ist geradezu luxuriös. Der Unterricht ist für Anfänger und Fortgeschrittene, so dass wir nebeneinander üben. Fortgeschrittene ist noch untertrieben, da sind absolute Profis dabei, was das Niveau gleich mal in schwindelerregende Höhen hebt. Man muss schon Spaß an Schule und Sport haben, um Irish Dance zu mögen. Tanz ist es auf jeden Fall, aber nach eindeutigen, schulischen Vorgaben, mit denen man später in den Wettbewerb geht. Wobei der Begriff „Sport“ beim Tanzen eingeschränkt werden muss, weil es kein Maß gibt, dass sich in Zahlen ausdrücken lässt. Das ist auch gut so, denn Musikalität ist nicht messbar, auch wenn es Tendenzen zu „schneller, weiter, höher“ gibt. Ich sage nur: Gitarrensolo. Sobald diese Tendenz sich zeigt, wird es Mist. Und obwohl ich immer nur Mittelmaß bin, kann ich mich der Attraktivität solcher Maßstäbe nicht vollständig entziehen. Deshalb ist Yoga als ernsthafter Weg für mich nichts. Für mich ist das reine Dehn- und Entspannungsübung. Ich bin leistungsgetrieben ohne die Höchstleistung jemals erbringen zu können. Nicht einmal eine Hochleistung. Eher eine Mittelflachleistung. Ein etwas besserer Durchschnitt. Das ist kein Impostersyndrom, dass ist eine realistische Selbsteinschätzung. Im Gegenteil empfinde ich das, was manche Menschen an den Tag legen, eher als Größenwahn. Es ist wohl alles eine Frage der Perspektive.

Jetzt fehlt mir nur noch eine Sache, um mich im Irish Dance einrichten zu können: Ich hätte gerne eine feste Schule. Beim Hochschulsport muss man blitzschnell sein und sich jedes Mal neu anmelden (Was ist, wenn ich in den zwei Sekunden, in denen die Anmeldung läuft, keine Zeit habe?!). Ob der Kurs im TSV weiter läuft, weiß ich nicht. Ich habe die Gruppenstruktur noch nicht so ganz verstanden, ich glaube, es hat sich hier im Raum einfach noch keine feste Delegation mit Schülern und Schülerinnen und einem festen Ort gebildet.

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Allgemein

Giftige Beziehungen

Der Begriff „toxisch“ für die Beschreibung von Beziehungen wurde aus der Pharmakologie übernommen, um Gewalt, Missbrauch und Abhängigkeit zu benennen. Man dramatisiert damit etwas künstlich, was real schon schlimm genug ist. Es klingt nicht nur schief und falsch. Er trifft auch die Sache nicht. Was in diesen Beziehungen passiert, ist etwas völlig anderes. Gift bewirkt etwas vollkommen anderes. Das wäre in etwa so als würde ich eine Art von Beziehung als „lecker“ bezeichnen.

Der Begriff ätzend wird in der Umgangssprache auf eine ähnliche Weise verwendet. Unsere Eltern können ein Lied davon singen, wie hoch der pH-Wert unserer Umgebung von uns Jugendlichen damals eingeschätzt wurde. Offensichtlich waren wir vollkommen übersäuert. Der Begriff passte für uns, war aber eindeutig als Jugendsprache zu erkennen. „Toxisch“ begegnet einem plötzlich überall.

Giftig ist etwas, wenn ein Stoff auf den Körper so einwirkt, dass seine Gesundheit ernsthaft in Gefahr ist und man davon sterben kann. Gift ist potentiell tödlich. Ich habe ein Problem damit, wenn das Drama, das Bild zu sehr das bestimmt, was ich mit mehr professioneller Distanz betrachten würde. Je genauer und präziser ich die Sache beleuchte, um so besser.

Beziehungen sind komplex, bleiben komplex und sie werden es immer sein und aus der Nummer kommt man nicht raus.

Warum müssen wir etwas so dermaßen überbetonen, wenn doch bereits die geringste Form nicht akzeptiert ist? Wenn das Geringe als nicht mehr wichtig genug erscheint, dann haben wir hier ein Problem. Dann muss man nicht sprachlich aufrüsten.

Es ist eben genau der Punkt, das man etwas nicht möchte, obwohl es kein Drama ist. Das ist für mich der Punkt. Es ist genau das, was wir vielleicht als Übersensibilität wahrnehmen, weil man offensichtlich das Maß verloren hat und nicht das Geringste als Regel hat. Sowohl die Übersensiblen sind verantwortlich für ihre eigene Sensibilität als auch die Groben für ihre mangelnde Rücksicht. Es gehören immer zwei dazu und es muss nicht immer gleich ein Drama sein, damit man die Hoffnung hat, dass sich auch tatsächlich etwas ändert. Ändert sich nichts, muss man dringlicher werden, nicht dramatischer.

»›Toxische Beziehung‹ ist kein wissenschaftlicher Begriff«, stellt etwa Christian Roesler klar. Er ist Paartherapeut und Professor für klinische Psychologie an der Katholischen Hochschule Freiburg und findet, die Bezeichnung vermittle in vielen Fällen ein falsches Bild davon, was passiert, wenn Beziehungen schieflaufen. »Anders als der Begriff ›toxisch‹ suggeriert, gibt es in den allermeisten Fällen nicht einen Partner, der sein Gift verströmt und im Alleingang die Beziehung zerstört. Dysfunktionale Beziehungen sind immer ein Zusammenspiel.«

Gift für die Seele

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Musik

The War On Drugs

Für den nächsten Songabend habe ich drei Stunden Musik durchgehört und gesucht und bin bei einer Band hängen geblieben, die ich dieses Jahr wärmstens ans Herz legen würde. Dieses Jahr, weil ich sie jetzt erst nach vielen Jahren richtig zu schätzen weiß.

Vielleicht war es die vierstündige Autofahrt, auf der ich alle Alben durchgehört habe. Vielleicht war es eine Art Cruising-Effekt. Vielleicht ist es mein später Zugang zu Sprinsteen und Petty.

Älter werden heißt für mich, bekannte Sachen neu entdecken. Und einfach nur gute Musik, die nicht unbedingt immer etwas grundlegend Neues sein muss, gehört dazu.

Alle drei Alben (gibt noch andere) bekommen einen hübschen Platz auf meinen chaotischen CD-Stapeln: Lost in the Dream (2014), A Deeper Understanding (2017), I Don’t Live Here Anymore (2021).

Allerdings wollte ich schon länger Backstreet Lovers vorstellen. Vermutlich werde ich würfeln.

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Musik

Singer-Songwriter-Abend

Gestern war ich auf einem Singer-Songwriter-Abend, das war alleine deswegen schon toll, weil er überhaupt stattfand, nein, nicht wegen Corona, sondern weil es sich hier um völlig unbekannte, mehr oder weniger privat musizierende Menschen unterschiedlicher Sprache und Herkunft handelt. Das ist gar nicht forciert, sondern ist einfach so, egal, ob es meine Tanzgruppen sind oder wie gestern Abend Singer-Songwriter.

Mir ging schlichtweg das Herz auf.

Zwei meiner Freunde waren da, einer trat selbst auf, und fragten mich, wieso ich nicht endlich mal eigene Musik mache. Ich kann nicht, ich will nicht, ich weiß nicht. Ich habe Angst, vor meiner Unzulänglichkeit und meinen Fehlern. Wenn ich das mit anderen Songs mache, ist es nicht so schlimm, da ich ja sowieso nur der mittelmäßige Interpret bin, aber ein eigener Song ist das Anerkennen der eigenen Mittelmäßigkeit. Beim Tanzen habe ich mich dran gewöhnt.

Meine Freunde warten nur drauf, dass ich mal endlich eigene Songs mache, aber anders als beim Tanzen kann ich mich nicht irgendwo anmelden und machen, was man mir sagt. Hier bin ich komplett auf mich selbst gestellt.

Ich habe schon mal angefangen, ein paar Ideefetzen festzuhalten. Nachdem ich gestern gehört habe, dass eine 300(!) Ideen als Sprachnotizen aufgenommen hat und daraus zwei Songs entstanden sind, muss ja nicht auf Anhieb in fünf Minuten ein Song entstehen.

Es ist allerdings mein x-ter Anlauf.

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