Das Geheimnis von Greenshore Garden

Mein erster Agatha Christie. Nett. Und schön dünn. Ich komme mit Krimis nicht gut klar, weil ich immer ein Personenverzeichnis brauche. Ich nehme an, dass bei all ihren Krimis am Schluss der Fall an einem Stück gelöst wird, also komplett aufgedröselt. Das ist nicht so mein Fall. Vor allem, wenn die Haushälterin in Wahrheit die steinreichte Nichte des Gärtners ist, der das Haus an die Gräfin verkauft hat, die nur so tut als sei sie dement undsoweiterundsofort.

Nüchtern

Nach „Allein“ habe ich „Nüchtern“ gelesen, mit gemischten Gefühlen, nein eher gemischten Gedanken. Das Buch ist, wie „Allein“ auch, ein Erfahrungsbericht, angereichert mit angelesener Information. Das klingt abschätziger als ich es meine. Ich finde das sehr gut und lese das gerne, so wie man sich mit jemandem unterhält, der Erfahrungen gesammelt hat, nachgedacht hat und etwas zum Thema gelesen hat. Kein Fachbuch, kein Sachbuch, keine Selbsthilfeanleitung. Das Buch hätte genau so gut „Rausch“ lauten können.

Daniel Schreiber schreibt gut und klug und ich lese ihn gerne.

Es geht in dem Buch um die Entscheidung, ohne Rausch zu leben, also nüchtern, bis zum Ende des Lebens, weil die Sucht nach Rausch krankhaft geworden ist und nicht mehr in seiner Entscheidungskraft lag. Und genau das ist die Norm und die Gefahr bei Alkohol. Das ist die Regel und nicht die Ausnahme, wie man sich gerne einreden will.

Wiki

Ich habe vor einiger Zeit ein Wiki installiert und den Zugriff nur für mich beschränkt. Eingetragen hatte ich bisher nichts. Für Sachen, die ich mir merken wollte, habe ich Pinboard, Feedly, Youtube und Blogs verwendet. Für Tanz hatte ich ja ein eigenes Blog, das war auch ganz nützlich für die ersten Jahre. Für andere Dinge wird es etwas schwieriger, gerade für Musik gibt es so viele verschiedene Informationen und Zugänge und je mehr ich mich wieder damit beschäftige, nimmt auch die Art der Information zu. Ich habe Texte, Bandinfos, Stilrichtungen, Bandlisten, Noten undundund.

Wiki mit Medik-Skin

Jetzt habe ich mal angefangen, die Infos ins Wiki zu schreiben und ich muss sagen, dass das ein viel besser Ort für so etwas ist als ein Blog. Ich packe da alles rein: Songtexte und Akkorde, Albenlisten, Notenskalen, Links und vieles mehr.

Wikis brauchen etwas Übung und Gewöhnung, aber hat man sich mal an die Auszeichnungssprache gewöhnt, ist es ganz einfach. Ist ja auch nicht viel anders als HTML oder Markdown.

Es gibt sogar eine sehr schickes und schlichtes Skin: Medik.

Faster

Der fiel mir heute Morgen ein.

Das ist Lust

Ich habe Mary Gaitskill Das ist Lust gelesen, weil es mir bei der Suche nach Büchern von Daniel Schreiber angezeigt wurde, der es übersetzt hat.

Das Verrückte an Sexualität ist die schier unfassbare Größe und der Versuch, Körper, Gefühl, Fantasie und Sprache unter einen Hut zu bringen. Es gibt so viel Unsicherheiten, Unerklärliches und Ungesagtes. Es gibt Grenzen, Moral und Geschichten. Mary Gaitskill erzählt eine Geschichte, ihr gelingt es, das Persönliche, das Intime und die Beziehung in den Raum zu stellen.

Beziehungen bestehen nicht aus einzelnen Sätzen, es sind Erzählungen und Geschichten, Rollen, Figuren und Absichten. Man kann es sich einfach machen, das macht die komplexe Sache handhabbar, aber mehr auch nicht.

Das Buch ist eine gute und wichtige Erweiterung zum Thema Me-Too.

Mein Denken ist durch mein Lesen bestimmt und das war viel Twitter, Querlesen im Internet und es waren Nachrichten. Meine eigenen Erlebnisse habe ich damit in Verbindung gebracht, ich weiß aber nicht, ob das Lesen mir bei meiner eigenen Aufklärung viel geholfen hat. Eher nicht. Das waren andere Sachen.

Allein

Als ich das letzte Mal einem Freund von mir erzählte, wie es mir geht und wie ich denke, unterbricht er mich und drückt mir Allein von Daniel Schreiber in die Hand. Lies das, sagte er.

Es ist ein dünnes Büchlein, aber ich hatte keine große Lust, es zu lesen. Ich gebe zu, ich hatte Hemmungen, vielleicht sogar Angst.

Da ich mich mal wieder mit ihm treffen und ihm das Buch zurückgeben will, las ich es gestern Abend. Manche Seiten übersprang ich. Das kann man ruhig machen. Es gibt genug Passagen, die mir einen neuen und treffenden Blick auf das Thema Liebe, Freundschaft und Alleinsein öffneten.

Drei Seiten und eine Passage kopierte ich raus.

Daniel Schreiber eröffnet einem neue Blickwinkel mit seiner klugen und belesenen Art der Selbstbetrachtung.

Ich begann das Buch zähneknirschend und beendete es lächelnd.

Blurred

Das Foto und Cover für Achim (To Hell With Tradition) ist fertig. Ich habe das Foto in meiner Ballettschule aufgenommen, die ich mal wieder um so mehr liebe, ein Ort, an dem ich Begeisterung und Leidenschaft teilen kann.

Das Release-Datum des Albums steht auch schon fest und ich bin sehr gespannt. Dieses Mal habe ich noch keine vorläufige Version gehört.

Bremer McCoy

Beim Stöbern auf Bandcamp (die übrigens jüngst von Epic Games gekauft wurden) stieß ich auf Bremer McCoy, einem Duo aus Copenhagen. Jonathan Bremer spielt Bass und Morten McCoy Keyboards.

Das Stück lief im Hintergrund und danach wollte ich, dass es gar nicht mehr aufhört. Die Musik ist ruhig, aber komplex und abwechslungsreich genug. Das ist gekonnt und gar nicht so einfach, wie es beim ersten Hören scheint. Sie ziehen einen ästhetisch in den Bann und nehmen einen mit auf eine Reise, bei der es sehr viel zu entdecken gibt, ohne anstrengend oder allzu ambitioniert zu klingen.

Gaia aus dem Album Forsvinder

Stilistisch ist das natürlich Jazz, aber eben auch Dub. Bass und Keyboard verschränken und ergänzen sich. Niemals verlieren sie sich im Sound, sondern bleiben immer bei der Musik.

Musikalisch passiert hier weit mehr als bei vielen Midtempo-Jazz-Musikern, die ich bisher gehört habe. Bremer McCoy kommen scheinbar so leicht daher, die Instrumentierung klingt nach Barjazz, die Emotionalität so Easy-Listening, aber die Musik, und um die geht es ja eigentlich, ist so vielfältig und schillernd wie ein kleines Kunstwerk.

Eine (sehr) kurze Geschichte des Lebens

Henry Gee hat eine Geschichte des Lebens geschrieben. Das sehr kurz ist mit der Zurückhaltung eines Wissenschaftlers formuliert. Ich fand das Buch großartig und für mich ausreichend lang genug erzählt.

Ich habe die letzten dreißig Jahre Paläontologie überhaupt nicht verfolgt und davor auch nur oberflächlich und lückenhaft. Ich fand das Thema nur partiell interessant. Die Forschung und Entdeckungen gingen aber weit und weiter und schlossen das Gesamtbild immer mehr. Die für mich nur schwer vorstellbare Evolution ist jetzt vorstellbar. Eine ganz wichtige Lebens- und Menschheitsgeschichte, die mir in dieser Gesamtbetrachtung fehlte.

Dieses Buch hat mir endlich den Über-Blick auf die Entwicklungen der Erde und des Lebens verschafft, den ich brauchte.

Es ist amüsant formuliert und in der deutschen Hörbuchversion nüchtern und trocken gelesen. Den Witz fängt die Sprecherin nicht ein, aber das macht nichts, ich konnte gut folgen und gerade dieser Schulfernseh-Stil gefiel mir, auch wenn er gar nicht zum Buch passte. Zum Thema passte er.

Vom Hardcover-Lesen bin ich wieder abgekommen. Es wäre ganz schön, wenn dabei eine ansehnliche Bibliothek entstünde, aber ich lese zu wild durcheinander. Auch was die Formate angeht.

Harz

Letztes Wochenende haben wir den 80. Geburtstag meiner Mutter im Harz gefeiert. Übernachtet haben wir in einer Ferienwohnung, die eigentlich eine volleingerichtete Wohnung war, die scheinbar seit den 80ern Gästen überlassen wurde. Alles war so eingerichtet, wie ich es in meiner Kindheit und Jugend kannte, von den Büchern in den Regalen, über die Deko bis zum Geschirr. Bemerkenswert war die katalogisierte DVD-Sammlung, die mit Sachverstand und Geschmack sortiert war.

Harzburg hat auffallend gute Konditoreien, ich komme da nur allzu schnell auf den Geschmack. Ich habe Kekse, Berliner, Spritzkuchen, Baumkuchen und Schichtnougat gegessen. Nicht zu vergessen das Crème brûlée zum Nachtisch, die frittierten Bananen und die Waffel mit heißen Himbeeren und Vanilleeis. Das durfte mal sein.

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