Category: Serien

Film, Serien

Stranger Things 4

Stranger Things hat sich von Anfang an einen recht eigenen Platz gesichert mit seiner 80er-Retro-Liebe. Unverkennbar und nicht verschwiegen galt als Inspiration Stand by me plus 80’s-Horror.

Eigentlich war bei mir schon nach der ersten Staffel Schluss, wie so oft bei Serien. Ich bin einfach kein Typ für Serien, ich gucke mir die an wie Lindenstraße, prinzipiell passiert nichts Neues, ich setze mich nur regelmäßig vor den Bildschirm als würde ich anderen Leuten ins Wohnzimmer gucken. Etwas ganz anderes ist es, wenn die Geschichte tatsächlich schlüssig als Ganzes rüberkommt und nicht die Geschichte weiter erzählt wird. Da frage ich mich dann aber durchaus mal, ob es nicht etwas knapper geht.

Stranger Things ist also bestenfalls unterhaltsam für mich. Und das ist es durchaus, aber mehr nicht. Der Horror überzeugt mich einfach nicht. Eine Staffel soll noch kommen.

Gestern habe ich dann The Awakening gesehen, das sich auch nur als schon mehrfach in dieser Art gesehene Geistergeschichte entpuppte. Ich denke ja immer, ein Film könne Überraschungen bereit halten, hat er dann aber oft nicht. Das finde ich etwas enttäuschend. Ja, der Film hat mich zu Tränen gerührt, das ist keine Kunst. Ich habe en offenes Herz für solche gute-Geister-Filme. Mein Gehirnareal für Romantik fühlt sich wohl, mein Areal für Horror ist enttäuscht.

Vielleicht ist das ja ein eigenes Genre: leichte Grusel-Romantik, die sich der Technik des Schocks und Ekels (mäßig) bedient, um die Spannung aufrecht zu halten.

Photo by Adrian Dascal on Unsplash

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Euphoria

Ich musste die Serie aus pädagogischen Gründen gesehen haben. Und ich war natürlich auch neugierig.

Ich wusste überhaupt nicht, worum es ging, war anfangs etwas überrascht, wie sich das für jemanden in meinem Alter gehört, merkte aber schnell, dass die Serie sehr ausgewogen und realistisch die Dinge darstellt. Worum geht’s? Es geht um Jugendliche, ihre Gefühle und Probleme, ihre Beziehungen, ihren Sex, ihre Drogen. Wenn ich hier sage, das alles gezeigt wird, dann wird auch alles Zarte, Stille und Unsichere gezeigt. Hier geht es nicht um effektheischende Tabubrüche, überhaupt nicht.

Ich war wirklich positiv überrascht. Am Ende war ich sehr begeistert. Eigentlich will ich niemanden besonders hervorheben, aber Hunter Schafer fand ich schon als Figur ziemlich beeindruckend.

Die zweite Staffel hebe ich mir für später auf.

Die zweite Staffel von Euphoria wurde übrigens zur Hälfte auf Kodak Ektachrome 35mm gedreht, der für die Staffel wieder produziert wurde, da die Produktion 2012 eingestellt wurde. Der Film ist jetzt wieder erhältlich. Taylor Swifts Musikvideo All Too Well wurde auch auf Ektachrome und Vision 3 gedreht.

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Game of Thrones

Ein halbes Jahr habe ich für alle acht Staffeln gebraucht.

Ich hatte damals die erste Staffel gesehen, war zu geizig für die folgenden Staffeln, weil ich auch nicht wusste, ob sich das wirklich lohnt, bin auf das Buch und Hörbuch umgesprungen und fand die Vorlage viel besser, kam aber hier nicht über den zweiten Band hinaus, trotz mehrfacher Anläufe. Das ist mein Problem mit Fantasy, sie ist mir in Buchform einfach zu lang. Dafür gibt es zu viel, was ich sonst noch lesen will. Es lag nicht daran, dass ich nicht begeistert war, ich war von Anfang an sehr begeistert.

Für das Lesen aller Bücher hätte ich noch viel länger gebraucht als für die Verfilmung. Das ist bei meiner Art der Freizeitgestaltung nicht so einfach zu vereinbaren. Lesen kann ich nicht nebenher und brauche Ruhe, beim Hörbuch muss ich mich auch konzentrieren, weil ich sonst abschweife. Neben der Serie kann ich noch Yoga oder andere Übungen machen. Ich griff also bei der Gelegenheit, mir die DVDs auszuleihen zu, obwohl ich die Bücher lieber lesen wollte.

Womit ich am meisten gehadert habe, ist der Unterschied der Figuren im Aussehen. Arya zum Beispiel hat nach der Beschreibung im Buch verfilzte Haare, ein langes Gesicht, ist dünn und athletisch. Ganz anders also als Maisie Williams.

Bei meinem schlechten Gedächtnis für Namen und Verhältnisse entging mir dann auch das eine oder andere. Irgendwann wusste ich manchmal nicht mehr so genau, wer wofür genau Rache wollte und wer wen wann umgebracht hat. Aber die Kernfiguren waren dafür dafür um so großartiger und die Beziehungen und die Charaktere waren gut und durchdacht. Es gibt da den Begriff der psychologischen Tiefe, Games of Thrones zeigt sehr gut unterschiedliche Motive und Handlungen, die einen Charakter formen ohne unnötiges Beiwerk. Show, don’t tell.

Ich habe nie die große Klammer erwartet, es war mir im Laufe der Geschichte klar, das ein gewisses Chaos der Ereignisse dem entspricht, was man auch aus Geschichtserzählungen kennt. Man vereinfacht ja nur, weil es sonst so schwer zu verstehen ist. Machtinteressen beherrschen die gesamte Erzählung. Treue, Pflicht, Zuneigung, grundsätzliche Menschenfreundlichkeit, und Liebe halten die Menschen zusammen. Das alles ist in ständige Widersprüche gepackt, innerhalb einer Figur und zwischen den Figuren.

Anfangs war ich mir nicht so ganz sicher, ob ich mich auf die Serie einlassen will. Mir waren irgendwann viele dieser Figuren aber so sympathisch, dass ich vielleicht sogar etwas davon mitgenommen und angenommen habe. Lief ich nicht manchmal ein bisschen wie Sir Jorah Mormont durch die Welt? Die Serie ist ein schönes Beispiel dafür, dass ich mich nicht entscheiden kann, die Welt als „so ist sie“ zu sehen, oder ob ich nicht lieber die konstruktivistische Sicht einnehme „so sehe ich sie“.

Das klingt dramatischer als es ist, Loriot und Die Simpsons haben bei mir das gleiche bewirkt. Wer es schafft, komplexe Formen schlüssig und nachvollziehbar zu vermitteln, dem glaubt man, in dem Sinne, dass sich Erfahrungen und Erzählung decken.

Die komplette Stickerei auf dem Bild gibt es hier zu sehen. Hier gibt es einen kleinen Film dazu.

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Ted Lasso

Wir haben zufällig reingeklickt und dann war fast die ganze Familie süchtig. Das passiert selten. Eigentlich sonst überhaupt nicht.

Ted Lasso ist extrem komisch und nett im besten Sinne. Jason Sudeikis kannte ich bisher noch nicht, wir haben uns dann noch We’re the Millers angesehen. Auch sehr lustig.

Erschreckend, dass das Product Placement hier überhaupt nicht unauffällig stört, sondern diese Geräte Teil des Alltags geworden sind. Vielleicht nicht unbedingt diese Marke, aber auch das zeigt, wie sehr Gerät, Marke und Alltagsgegenstand verschmolzen sind.

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Apple TV

So, jetzt habe ich auch noch Apple TV im Abo, weil mir zwei Sendungen empfohlen wurden 1971 und The world’s a little blurry.

1971 ist eine kleine Serie über die Musik in diesem Jahr und ihren Einfluss auf die Gesellschaft. Wie ich ja schon für die Jahre 1993 und 1977 festgestellt habe, gibt es gewisse Schübe, also Jahre, in denen extrem viel wegbereitende Musik erschien. 1971 war ein ganz besonderes Um- und Aufbruchsjahr, das die Serie auf ganz hervorragnde Weise aufbereitet.

Ich habe die Serie verschlungen. Ich habe ja auch Jens Balzers Das entfesselte Jahrzehnt sehr gerne und mit großem Interesse gelesen. In den 70ern war ich zwar Kind, aber über meine Mutter und meine beiden älteren Schwestern habe ich ja mehr als nur ein bisschen kindlich diese Musik und Zeit mitbekommen. Anders gesagt: ich habe viel gute Musik und wenig von den Hintergründen mitbekommen. Insofern ist das für mich eine intellektuelle Aufbereitung einer Musik, der ich zutiefst emotional verbunden bin.

Ebenso habe ich The world’s a little blurry über Billy Eilish verschlungen. Ich wollte nur mal zum Test reinschauen und blieb zwei Stunden gebannt vor dem Bildschirm sitzen. Ich war vollkommen absorbiert und fasziniert. Ich habe alle Vorurteile über den Haufen geworfen, weil es schlichtweg Fehlurteile waren, und bin jetzt Billi Eilish-Fan. Das Geschwisterpaar wurde letztes Jahr völlig zu Recht mit Grammys überschüttet.

Mein nächstes Cover wird selbstverständlich ein Billie Eilish-Song.

Sonst ist Apple TV für mich uninteressant, weil ich kaum auf dem iPad schaue. Entweder gucke ich im Browser mit Windows oder mit dem Android-Smartphone an einem Bildschirm angeschlossen. Im Browser kann man bei Apple TV nicht mal suchen.

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Narcos

Narcos habe ich mit Begeisterung angefangen. Ehrlich gesagt, wusste ich nichts von der Geschichte, obwohl ich die Nachrichtenmeldungen in meiner Jugend regelmäßig in der Tagesschau sah. Das war so weit weg und ich war froh, dass das weit weg geschah. Es hatte nichts mit meinem Leben zu tun und ich wollte damit auch nichts zu tun haben. Drogen und Leichen, ich hielt das für ein bandeninternes Thema auf einem anderen Kontinent.

Wie umfassend und katasrophal die Zustände waren, die von einem Mann ausgingen, bekam ich von Folge zu Folge in der Serie mit. Und es wurde immer schlimmer, bis ich mir auf Wikipedia einen Überblick über das gesamte Ausmaß verschaffte. Ich war fassungslos und konnte mir die Serie nicht weiter ansehen. Ich war einfach nur noch angewidert und konnte jegliche sympatische oder ästhtische Darstellung dieses Menschen nicht mehr ertragen. Das spricht natürlich nicht gegen die Serie, sondern geht nur darum, was ich mir antue oder eben auch nicht.

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The Queen’s Gambit

Diese Serie hat wirklich Spaß gemacht. Tolle Schauspieler, tolle Kostüme und eine fesselnde Geschichte.

Ich habe für Schach eine ganze Menge übrig, in meiner Jugend habe ich mal viel Schach gespielt (ich bin allerdings nicht sehr gut, eigentlich bin ich sogar richtig schlecht). Ich habe mir im Fernsehen Sendungen über Schach angesehen und Spiele verfolgt. Es gibt einen Fernsehfilm von Wolfgang Petersen mit Bruno Ganz aus dem Jahr 1978, Schwarz und weiß wie Tage und Nächte, den habe ich damals fasziniert gesehen und vor kurzem auf DVD besorgt.

Ich bin kein Schachspieler, ich bin eher ein Schachspiel-Zuschauer.

Das Brooklyn-Museum hat eine hübsche Online-Ausstellung mit den Kostümen gebaut.

Und besonders beeindruckend ist diese Sammlung der Drehorte hier.

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