Seit langem mal wieder

Ich war verabredet, um ein paar Fotos zu machen. Ein Freund von mir hat sich Haare und Bart wachsen lassen. Er sah wirklich beeindruckend aus, Mittwoch ist sein Frisörtermin. Das Wetter war optimal, den Tag zuvor ist es ziemlich kalt geworden und es hatte geregnet. Kalt war es immer noch, aber trocken, bewölkt und hell.

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Vollformat

Zum Geburtstag habe ich mir eine Nikon D700 geschenkt. Es war Nikons erste Vollformat-Spiegelreflex. Gebraucht bekommt man sie für rund 300 Euro. Ich habe eine sehr gut erhaltene ersteigert, die der Verkäufer mit den Worten „Ich fotografiere sowieso nur noch mit dem iPhone“ abgab. Die Kamera kam vor zwölf Jahren raus, sie war natürlich unbezahlbar für mich.

Ich habe fleißig weiter analog fotografiert und mir die Objektive zugelegt, die ich wollte. Ab und zu finde ich Weitwinkel ganz nett, aber in der Regel benutze ich doch das 35er und das 50er. Aber ich habe viele schöne Objektive und spekulierte immer auf die D700. Nikon, Vollformat und AI-kompatibel, das war alles, was ich wollte.

Ich habe verschiedene Objektive probiert und bin jetzt tatsächlich beim schlichten, flachen 50er gelandet, aus Metall und manuell. Ich kann immer erst abdrücken, wenn die Leute schon aufgehört haben zu lächeln oder ihr Kameragesicht nicht mehr halten können.

Das Verhalten bei hohen ISO-Werten, ist unglaublich, alles andere ist so, wie ich es erwartet habe.

Auch wenn sie hervorragend scharf stellt und schnell fokussiert und die Belichtung ordentlich hinbekommt, stelle ich lieber alles mit der Hand ein. So kann ich schnell über die Blende oder Zeit die Belichtung verändern. Die Gefahr, dass Lichter ausgefressen sind, ist mir oft zu hoch.

Seit dem Sommer habe ich Lightroom und natürlich sitze ich wieder Stunden, um eine Einstellung zu finden, die ich auf alle Fotos anwenden kann. Am Ende arbeitet man ja doch immer an einem Look.

Ich habe das letzte Jahr viel analog fotografiert, aber in der Summe war mir das dann doch zu teuer. Ganz gebe ich es natürlich nicht auf.

 

Herbstwald

O.K., ein inhaltloser Eintrag ist in dieser Theme-Version nicht vorgesehen. Dann schreibe ich eben kurz etwas zu dem Foto.

Wir waren essen. Irgendwo bei Dreimühlen oder Fünfmühlen, jedenfalls irgendwas mit Mühlen. Und weil wir soviel so lange auf das Essen warten mussten und es uns dann umso schwerer im Magen lag, gingen wir noch etwas im Wald spazieren. Das Restaurant hatte einen Schornstein und aus diesem stieg unentweg Rauch auf, der die Bäume in den Kronen umhüllte.

Herbst

Es wird Herbst, seit gestern ist es deutlich kälter und letzten Sonntag wurden die Uhren umgestellt. Das ist schön beim Aufwachen sonntags, weniger schön, wenn man hellwach abends im Bett liegt und am nächsten Morgen eine Stunde früher von selbst aufwacht.

Der Kürbis ist bereits geschnitzt. Kürbisse und Halloween läuten den Herbst ein. Ich konnte Kürbissuppen bis vor Kurzem nichts abgewinnen, aber jetzt finde ich sie ganz in Ordnung. Mit Würsten darin sogar lecker.

Unser Lieblingsrezept:

Zwiebeln und Knoblauch in Öl andünsten, Kürbis rein, anbraten, Gemüsenrühe rein, kochen, Kokosmilch und Orangensaft rein, würzen, pürieren, fertig.

Die Hecke ist auch kurz geschnitten, nicht kurz genug für den Nachbarn, mit dem ich mit in die Haare bekommen habe. Ich werde unfreiwillig zum Ökoaktivisten, unfreiwillig, denn die Hecke war schon da und ich würde mich mich auch mit einem Holzzaun begnügen. Aber so freue ich mich über das Grün und irgendwie muss ich ja rechfertigen, dass sie manchmal zu groß wird und Blätter wirft. Natur halt.

Ich habe Meisenknödel gekauft und schlage mich auf die Seite der Ökologie anstelle der Sauberkeit mittels Beton. Unser Nachbar hat nämlich sämtliches Grün plattgemacht und sich einbetoniert. Geschmacksache könnte man sagen, aber er hat eine regelrechte Phobie vor allem Lebendigen. Ich hatte eine Diskussion mit ihm. Sich selbst betrachtet er wahrscheinlich als nichtnatürliche Krönung der Schöpfung. Es ist zum Augenrollen.

VSCO hat einen neuen Filter, den finde ich ziemlich schick.

Scans

Ich scanne gerade die Negative der letzten vierunddreißig Jahre. 1985 bekam ich meine erste Kamera geschenkt, eine Rollei 35, die habe ich heute noch und funktioniert noch genau so wie früher. Ein schönes, mechanisches Gerät. Danach kam eine Nikkormat, auch die habe ich noch, ich habe erst vor kurzem sogar eine zweite gekauft, mit der ersten habe ich die meisten meiner Fotos gemacht, in der Zeit zwischen achtzehn und Ende zwanzig.

Ich habe die Bilder seit Jahren nicht mehr gesehen, weil ich nur noch die Negative hatte. Meine ganze Jugend liegt gerade in Bildern vor mir beziehungsweise kommt in Bildern zu mir. Bei manchen muss ich schlucken, von vielen bin ich fasziniert, alle sind sehr intim und in ihrer Art wunderschön.

Ich scanne sie ohne Bearbeitung durch, die Software übernimmt Farbanpassungen, gute Fotos werden gut, schlechte werden schlecht. Generell ist es einfach so, dass gut belichtete Fotos ordentlich aussehen, Farbverschiebungen kommen durch schlechte Belichtung zustande. Die ganzen anderen Unterschiede, das Filmmaterial zum Beispiel, fallen weniger ins Gewicht. Bilder, die ich jetzt gemacht habe, werden ein bisschen besser, aber ich merke doch, dass ich auf solche Qualitätsmerkmale die letzten Jahre zu viel Gewicht gelegt habe. Am Ende zählt das, was drauf ist und Film ist generell gut, sei er noch so körnig oder farbverschoben. Es handelt sich um Privatbilder.

Hier nochmal auch für mich ein Link zur Entwicklung in Großlabors.

Hipsta­herbst

Ich bekomme immer im September Lust, mit Hipstamatic herumzuspielen. Ich mag die App, die auf mich wie ein kleines Trompe-l‘œil-Kunstwerk wirkt. Die App selbst ist ausgesprochen gut gemacht, die Ergebnisse irrwitzig überdreht, falsch oder künstlich, manchmal aber eben doch ganz schick, und es hat etwas von einem Zufallsverfahren.

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Wieso ich ausgerechnet im September anfange, die App zu benutzen, weiß ich nicht. Ich vermute, dass das nachlassende Sonnenlicht die Farben in meiner Umgebung reduziert und ich instinkthaft dem entgegenwirken will. Buntheit gegen Herbstgrauheit.

Seit 1.10. gibt es eine neue Version von Hipstamatic. Mit anderem Bezahlmodell und einfacherem User Interface.