Category: Technik

Musik, Technik

Wiki

Ich habe vor einiger Zeit ein Wiki installiert und den Zugriff nur für mich beschränkt. Eingetragen hatte ich bisher nichts. Für Sachen, die ich mir merken wollte, habe ich Pinboard, Feedly, Youtube und Blogs verwendet. Für Tanz hatte ich ja ein eigenes Blog, das war auch ganz nützlich für die ersten Jahre. Für andere Dinge wird es etwas schwieriger, gerade für Musik gibt es so viele verschiedene Informationen und Zugänge und je mehr ich mich wieder damit beschäftige, nimmt auch die Art der Information zu. Ich habe Texte, Bandinfos, Stilrichtungen, Bandlisten, Noten undundund.

Wiki mit Medik-Skin

Jetzt habe ich mal angefangen, die Infos ins Wiki zu schreiben und ich muss sagen, dass das ein viel besser Ort für so etwas ist als ein Blog. Ich packe da alles rein: Songtexte und Akkorde, Albenlisten, Notenskalen, Links und vieles mehr.

Wikis brauchen etwas Übung und Gewöhnung, aber hat man sich mal an die Auszeichnungssprache gewöhnt, ist es ganz einfach. Ist ja auch nicht viel anders als HTML oder Markdown.

Es gibt sogar eine sehr schickes und schlichtes Skin: Medik.

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Musik, Technik

Videoschnittprogramm

Ich nehme Bild und Ton getrennt voneinander auf. Das Video mit dem Smartphone, den Ton über Mixer am Desktop. Die Länge von beiden ist natürlich unterschiedlich und ich muss sie hinterher synchronisieren.

Hier fängt das Problem an. Mit keinem günstigen Programm, das ich bisher getestet habe, kann ich das ruckelfrei, schnell und sauber erledigen. Ich muss ja bloß Bild und Ton synchronisieren, vorne und hinten sauberschnippeln, abblenden, exportieren.

Jetzt kommt der Knüller: Ich habe ein Programm gefunden, das tatsächlich all das kann. Das Programm heißt VideoPad Video Editor. Mit keinem anderen Programm konnte ich so genau den Ton synchronisieren.

Ich ziehe Videospur und Tonspur ins Programm, zoome die grafische Darstellung des Tons groß und lege sie übereinander.

Die Spuren werden zusammengehalten, wenn ich vorne oder hinten etwas abschneide. Man kann sehr genau und sehr einfach Teile rausschneiden, sogar aus der Tonspur. Das Abblenden lässt sich mit einem Klick erledigen. Anschließend kann man das Video direkt nach Youtube exportieren (das hat bei anderen Programmen nicht funktioniert).

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Musik, Technik

Lieder abpausen

Lieder covern hieß für mich immer, Text, Gesangsmelodie und -Rhythmus und Akkorde auswendig lernen und dann nachspielen. So, wie man das eben macht, wenn man einen Song hört, lernt und nachspielt. So, wie man es auf der Straße oder am Lagerfeuer macht.

Mit meiner E-Gitarre musste technisches Gerät her und nach und nach baute sich das Ganze auf: Kopfhörerverstärker, Mischpult, Gesangsmikrofon, Looper und sogar nachträgliches Hinzufügen von Spuren. Ich nahm nicht mehr live in einem Stück auf, was alleine auch nur schwer umzusetzen ist. Man kann zum Beispiel keine Pausen einbauen. Ich habe viele Tricks und Techniken probiert, um die Originallieder im Hintergrund laufen zu lassen, Texte für mich einzublenden und mich selbst zu begleiten und Instrumente hinzuzufügen. Nichts Großes und Weltbewegendes, aber mein Gehirn war oft genug verknotet und mein Kopf komplett verkabelt.

So langsam verbessere ich die Technik und so langsam gewinnt das Covern an Qualität, weil ich noch genauer am Original lernen kann. Vor allem den Gesang kann ich verbessern, wenn ich meine eigene Stimme exakt über Mikrofon und Kopfhörer höre und gleichzeitig den Originalsong und die Original-Stimme.

Über das Mischpult kann ich den Originalsong einspielen oder aber, ich höre mit einem Ohr das Original mit. So kann ich viel genauer covern, bleibe im Rhythmus und muss nicht den kompletten Song vollständig auswendig können, ich kann also dazu spielen, ohne dass man den Originalsong auf der Aufnahme hört, weil nur ich ihn höre.

So richtig gut funktioniert das mit einem In-Ear-Stöpsel, den man sich in ein Ohr steckt und darüber die ohrumschließenden Kopfhörer. So hat man den vollen Klang zur Kontrolle.

Besonders frei zu spielen gilt eigentlich als Königsdisziplin für mich, aber am Ende ist es egal, ob man Kopfhörer trägt und irgendwo der Text steht. Am Ende zählt der Klang. Ich bin schlechten Playbacks aufgewachsen und enttäuschenden Halbplaybacks. Ich bin mit Samples und technischen Tricks aufgewachsen, so dass man immer unterschieden hat zwischen live und nicht-live, zwischen echt und Studio. Bereits in den Nullern wuchs alles zusammen und in den letzten zehn Jahren haben sich immer mehr Performance-Formate entwickelt. Ich habe alte Kriterien im Kopf, auf die niemand mehr Wert legt. Nur Autotune ist ein richtiger Griff ins Klo und ein echter Beschiss.

Ich habe – nur für private Zwecke – Time after Time gecovert, mit dem Originallied im Ohr und mit Zweitstimme aufgenommen. Es ist mein erstes Cover, das sehr genau und sehr einfach gespielt ist. Ich habe die Spuren einzeln aufgenommen. Ich höre es ausgesprochen gerne und ich bin damit sehr zufrieden, einfach deswegen, weil es sehr sauber ist. So etwas kenne ich gar nicht von mir. Mein erstes sauberes und ehrliches Cover. Das behalte ich privat in einem kleinen Zigarrenkästchen unter dem Bett.

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Gesundheit, Musik, Technik

Gehörschutz

Als ich im Sommer in Hamburg war vertrieb ich mir die Zeit im Saturn. Ich probierte Kopfhörer durch – das mache ich ganz gerne, weil ich viel Musik höre. Ich probierte auch ein Modell mit Geräuschreduzierung, Musik spielte keine. Ich setze sie auf und genoss die Stille, die plötzlich eintrat. Keine vollkommene Stille, aber ein Raum der Ruhe, der die Geräusche von außen dämmt. Die anstrengenden Frequenzen waren beinahe vollkommen abgedämpft. Ich wollte sie gar nicht wieder absetzen.

Seit einiger Zeit bin ich immer geräuschempfindlicher geworden. Ob das an mir oder an den Geräuschen liegt, weiß ich nicht, was ich weiß ist, dass mich Geräusche unangenehm und unnötig berühren. Ich habe verschieden Techniken versucht, um damit umzugehen, Meditation, Konzentration und andere Formen des Ausblendens. Ich habe kaputte In-Ear-Kopfhörer vom Kabel geschnitten und bin damit rumgelaufen, um die Geräusche zu reduzieren, aber etwas im Ohr zu haben, finde ich auf Dauer unangenehm. Ich schlafe auch nur ungerne und zur Not mit Ohrstöpseln.

Ich wollte die Kopfhörer gar nicht wieder absetzen, merkte mir das Modell und kaute mir umgehend originalverpackte über Ebay für ein Drittel des Preises. Sie sind ja doch verhältnismäßig teuer und klingen bescheiden, für ein paar Euro mehr bekommt man richtig gute mit Kabel. Man kann sie auch mit Kabel verbinden und dann klingen sie ganz in Ordnung. Ich ziehe Kabel immer vor, wenn es mir auf den Klang ankommt.

Die Musik spielt aber eine Nebenrolle. Es ist eine erholsame Geräuschreduzierung mit Musikuntermalung. Und für Audiobooks eigenen sie sich sowieso: absolute Stille und nur die vorlesende Stimme. Traumhaft.

Perfekt wären sie, wenn sie Velour-Ohrpolster anstelle von Plastik hätten. Der Tragekomfort ist viel angenehmer. Ich habe mir deshalb ein paar Socken abgeschnitten, drübergestülpt und ein Loch reingeschnitten, für zuhause.

Es ist mir ja schon etwas peinlich, damit draußen rumzulaufen, obwohl mich das bei anderen überhaupt nicht stört. An die verstöpselten Ohren hat man sich ja auch bereits gewöhnt. In der Straßenbahn überwiegt der Gewinn der Stille das unangehme Gefühl, damit doof auszusehen.

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Technik

Network, aber nicht social

Ich bin auf Facebook und Instagram wegen dem Tanzen (wegen des Tanzens!). Nur dort bekomme ich Veranstaltungen, Workshops und andere Informationen mit. Ein Netzwerk ist gut für’s Geschäft, die eigene Persönlichkeit ist das Produkt. Wir wissen das inzwischen, haben über die Jahre gelernt, damit umzugehen und können Geschäft, Netzwerk und Persönlichkeit nicht mehr trennen. Es ist ein Marktplatz. Bisher klappte das ganz gut, ich habe Darstellende Kunst und Tanz von allen anderen Bereichen getrennt und mich nur mit solchen Accounts verbunden. Das Tolle an Kunst ist, dass es verrückt ist, aber normal bzw. gut zu ertragen, weil man sich seines Geschmacks bewusst ist. Das geht auch bei Youtube ganz gut, und Twitter. Kunst ist dinglich, körperlich, emotional und der Verstand kommt nicht zu kurz. Rational scheint man Kunst nicht zu brauchen, aber solange es Wahrnehmung und Sinne gibt, gibt es Kunst. Kunst ist eine Form intelligenter Wahrnehmung des Menschen.

Nun kann man Kunst nur schwer von anderen Bereichen trennen, zudem nervt die Aufmerksamkeitsökonomie. Künstler*innen müssen halt auch von irgendwas leben. Am Ende ist Facebook auch nur ein Businessnetzwerk, bestenfalls. Von den schlimmeren Formen mal ganz abgesehen.

Wenn man sich thematisch beschränkt, funktioniert es einigermaßen. Es sind alles nur Medien und die brauchen Struktur, weil Medien zur Kommunikation gehören.

Ich mag aber offene Bühnen und freie Ateliers und fühle mich in Gruppen Gleichgesinnter wohl. Und das geht im Internet nur beschränkt. Das fängt ja schon bei der Schwierigkeit der Einschränkung an. „Adult Ballerina“ (furchtbarer Ausdruck), „Photographer“, „Musician“ in Verbindung mit „Recreational“, damit kommt man ganz gut klar.

Corona hat mir gezeigt, dass Kunst nicht vor Dummheit schützt. Kunst fördert nicht generell vernetztes Denken und Ambiguitätstoleranz, der eigentliche Witz von Kunst – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber bei Corona hört der Spaß nun mal auf, und manchmal eben schon beim Geschäft beziehungsweise, wenn die eigene Existenz oder Lebensgrundlage bedroht ist, was ja zusammen hängt. Das Bild vom bettelarmen, aber zufriedenen Künstler ist ein romantischer Witz. Menschen brauchen ein geregeltes Einkommen, weil man Brot nicht auf Donation-Basis bekommt. Kunst braucht Ernsthaftigkeit, Freizeitkünstler wie ich können sich den Spaß erlauben. Kunst ist durch Corona ernsthaft bedroht worden, in seinen Grundfesten erschüttert. Das können sonst nur Diktaturen, Hungersnöte oder Kriege.

Schlechte Nachrichten verbreiten sich besser als gute, und unangenehme Gefühle lösen bei uns stärkere Reaktionen aus als angenehme. Das Gehirn will für Ruhe und möglichst wenig Verbrauch von Energie sorgen. Die Wahrnehmung ist dabei ständig auf der Suche nach den Dingen, die unsere Ruhe stören könnten. Soziale Netzwerke sind eine Plattform für die Verbreitung solcher Alarmglocken. So kommt es vielleicht dann auch zu der von Drosten beschriebenen false balance. Bei mir wirkt so was sehr stark. Deshalb sind diese Plattformen für mich auch so gefährlich. Ich beschäftige mich dann mit einer Sache, die mich eigentlich in der Form nichts angeht. Ich will mich mit Sachen so generell nicht beschäftigen. Nicht auf diese Weise. Aber Kunst ist nun mal keine Wissenschaft und hat deshalb auch nicht die Werkzeuge, um sich einer Sache angemessen zu nähern. Dafür gibt es ja Studios und Ateliers. Struktur also in einem Bereich, der sich durch Freiheit auszeichnet.

Es sind einige Accounts mit einzelnen Verbindungen, die plötzlich das gesamte Bild in Schieflage bringen und nichts Konstruktives hinzufügen. Destruktive Kritik offenbart immer die widerstreitenden Gefühle und Zwangslage einer Person. Das kann manchmal hilfreich oder unterhaltsam sein. Die Schreiber vermeiden mittlerweile Alarmierungen, jetzt kommt die Kritik scheinbar nüchtern daher und rational, aber inhaltlich wird da hochgradiger Blödsinn verbreitet, der noch dümmer ist als einfach bloß zu schreiben „Finde ich doof“ oder Daumen runter zu geben. Das sind scheinrationale Wutausbrüche, inhaltlich unfassbar schlecht und manchmal sogar hanebüchen dumm. Man kann stattdessen eine angemessene, vorsichtige, fragende Kritik oder Zweifel äußern, erzeugt möglichweise unangemessen aggressiven Gegenwind und erreicht damit gar nichts außer Genugtuung, dass man nicht den Mund gehalten hat. Ganz wichtig also, denn das ist genau das, was es für manche stillen Menschen zu erreichen gilt. Die Sache an sich ändert man damit nicht.

Diese Form von Sozialem will ich nicht. Ich will auch manche Formen von real Sozialem nicht. Ich entwickel also zwangsläufig eine Form von Hygiene, das finde ich schwer als umtriebiger, neugieriger Mensch. Es hat sich nur gezeigt, dass sich selbst in freundlichen, verständnisvollen Umgebungen ebenso größter Unsinn verbreiten kann.

Auf Twitter habe ich schon gemutet, was das Zeug hält, auf Instagram entfolgt und auf Facebook muss ich jetzt auch stummschalten. Es ist mittlerweile schwer zu ertragen. Man kann ja gerne ein Foto von seinem gekauften Auto posten, aber wenn das Auto hässlich und zu groß ist und man noch schreibt, dass man sich damit einen Traum erfüllt hat … na, dann zweifelt man schon an der Person, der man eigentlich real-sozial vertraut. Zumal der Post von den eigenen Followern Daumen nach oben bekommt. So frage ich mich also, ob ich zu viel Vertrauen habe und nicht viel mehr auch real auf Distanz gehen müsste. Das ist nicht schön, wo ich doch die letzten Jahre darauf hin gearbeitet habe, etwas offener zu werden. Ich kann dann zwar freundlich-distanziert sein, aber so richtig sozial fühlt sich das nicht an.

Ich bin da hin- und hergerissen und unschlüssig. Am Ende ist es so, dass sich mein Sozialleben auf wenige, wirklich gute Freunde beschränkt. Es bleibt ein ganz wesentliches Merkmal, an dem ich festmachen kann, ob mir Beziehungen gut tun oder nicht: eine gewisse Sensibilität. Ein Fingerspitzengefühl. Das bildet sich aber in keiner Weise in Netz-Medien ab.

Ich sollte wirklich konsequent das „sozial“ aus den Medien streichen und sie als nur vernetzt ansehen, sagt meine vernünftige Kontrollinstanz.

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