Allgemein

  • Student innen

    Mein Gehirn stolpert jedes Mal, wenn es „Student innen“ hört. Ich muss es dann immer beiseite nehmen und erklären, dass es das ausgesprochene „Student:innen“ oder „Student*innen“ ist.

    Man bräuchte einen Laut für das Sternchen oder den Doppelpunkt, ähnlich dem Klicklaut. Ich schlage diesen hier vor.

    Was sagen die Phonet(pft)innen dazu?

    Update: Es gibt (gab) bereits einen Haufen Überlegungen dazu.

  • Webseiten-Geschwindigkeits-Test

    Ich habe das Spiel gespielt, wie schnell ich einen WordPress-Blog kriege. Man braucht mir nur mal einen Score zeigen, und ich habe den Drang, ihn zu knacken. Ich habe verschiedene Themes ausprobiert, angebotene, selbstgemachte und mit statischen Seiten experimentiert.

    Static ist grandios, wenn es um Geschwindigkeit und Sicherheit geht. Und SVG statt Bilddateien, wenn möglich.

    Aber so viel Spaß habe ich am Ergebnis nicht, zumal – und das ist eigentlich das Ernüchternde: Es ist vollkommen egal, welches Theme ich benutze und ob ich CDN und Cache undundund verwende, die Seiten meines kleinen Blögchens laden wunderbar schnell.

    Das ist Spielkram. Spaß macht es allemal.

  • Kreativität

    Kreativität ist für mich eine Last. Sie ist mit extrem angenehmen und extrem unangenehmen Emotionen verbunden. Das ist eine rein persönliche Sache.

  • Leidenschaft

    Leidenschaft ist für die Kunst, was Hunger für das Essen ist. Wenn man einem Koch mit Hunger kommt, sagt er: raus hier!

  • Spock

    Spocks Tagebucheintrag vom 8.2.1973:

    „Ich hasse die Menschen so sehr, weil sie einfach nicht ausschließlich rational denken und handeln können, aber das werde ich mir natürlich nicht anmerken lassen. Diese Idioten. Außerdem hätte ich gerne mal Sex. Ich muss mir die subtile Mimik mit den Augen abgewöhnen, die Menschen könnten meinen Emotionen auf die Schliche kommen.“

  • Es ist ziemlich schlau, Fragen zu stellen

    Affen können zwar Zeichensprache lernen, aber sie stellen keine Fragen. Ich habe mir darüber bisher nie Gedanken gemacht.

    Man forscht schon seit langem zu Sprache, Bewusstsein und Intelligenz bei Tieren und verschiebt damit die Grenzen zwischen Tier und Mensch. Tiere können Zeichensprache lernen, haben eine Art von Bewusstsein und zeigen verschiedene Grade von Intelligenz.

    Allerdings stellt kein Tier Fragen. Selbst wenn es eine Art von Selbstbewusstsein hat, so fehlt ihm doch wahrscheinlich ein gewisser Grad an Abstraktion und vor allem eine Vorstellung von Bewusstsein losgelöst von sich selbst und die daraus resultierende Neugier.

    Fragen stellen (Warum ist …?) ist eine Stufe von Bewusstsein die eine ganz andere Art von Beziehung herstellt als die der direkten Interaktion. Dass es überhaupt ein anderes Bewusstsein gibt, scheint eine typisch menschliche Eigenschaft. Was sonst ist ein Gottesbegriff? Am Anfang hat Gott den Menschen nicht erschaffen, irgendwann hat sich der Mensch einen Gott vorgestellt.

    Eine Frage setzt voraus, dass ich davon ausgehe, das es jemanden gibt, der diese Frage versteht. Eine mindestens mir gleiche Form von Intelligenz. Wer davon ausgeht, hat einen höheren Grad an Intelligenz. Neugier, Interesse und Fragen stellen sind ein Zeichen höherer Intelligenz.

    Fragen stellen ist eine außerordentlich intelligente Fähigkeit.

  • Recht haben

    Jetzt habe ich mir gerade (also vor zwanzig Jahren) mühselig angewöhnt, „Recht haben“ groß zu schreiben, aber seit zehn Jahren darf man es auch wieder klein schreiben, wenn ich es richtig verstanden habe. Jedenfalls muss ich mich jetzt umgewöhnen.

  • 2022

    Die Tochter hat jetzt Abitur, das sie vollkommen alleine und in Selbstdisziplin durchgezogen hat. Ich hörte sie ab, mit ihren vollgeschriebenen Karteikarten, an denen noch zusätzlich Papier geklebt war, weil der Platz nicht reichte. Ich fühlte mich selten so unwissend und hatte Hochachtung vor ihrer Leistung, denn das, was die Schüler sich heute an Wissen aneignen müssen, ist ein Vielfaches von dem, was ich wissen musste.

    Im Sommer waren wir am Gardasee. Ich muss nirgendwo anders hin. Übernächstes Jahr will ich aber nach Irland.

    Mit den Freunden aus meiner Jugend bildeten wir eine Whatsapp-Gruppe und verabredeten uns. Nach dreißig Jahren trafen wir uns wieder, was wir jetzt regelmäßig machen.

    Auch die Musikgruppe ist am Leben, was der Initiative zweier Freunde, die sich seit der Schulzeit kennen, zu verdanken ist. Unsere kleine Dreier-Band wird nächstes Jahr auftreten. Wir spielen unsere Lieblingslieder.

    Meine neue Leidenschaft ist leider so schnell vergangen, wie sie entflammt ist. Irish Dance ist weitgehend gestorben (wegen der Verletzung im Knie). Generell weiß ich nicht, wie es mit dem Tanzen weitergeht. Aber es ist ja nicht der Tanz, es ist die Bewegung und die Musik, die ich brauche. Ich konzentriere mich jetzt wieder etwas mehr auf die Musik, so wie in der Lockdown-Zeit.

    Bewegung, Alter und Gesundheit – das kriege ich nicht gut auf die Reihe, ich weiß nicht, wo ich stehe und wo meine Grenzen sind. Ich kann mehr machen als ich denke und gleichzeitig auch weniger. Ich habe Arthrose oder Rheuma, so genau weiß wohl nicht mal mein Orthopäde das. Vielleicht war es erst Rheuma (der ist jung und hat was mit den Gelenken), jetzt ist es Arthrose (der ist alt, Knorpel und Bindegewebe bilden sich zurück).

    Laufen ist gestorben. Ich habe beim Firmenlauf mitgemacht, für Bewegung, Atmung und Kreislauf war das gut, aber da fingen die Schmerzen im Knie an.

    Ich bin ins Lesen rein und wieder rausgekommen. Lesen ist eine Art zu denken, die ich mag und brauche, allerdings merke ich, dass das viel weniger ist als das, was man sich darunter vorstellt. So wie ich jeden Morgen Haferflocken mit gekochtem Wasser esse, ist es eine recht emotionslose Angelegenheit.

    Ich hatte mir dieses Jahr vorgenommen, glücklicher zu werden und weiß auch, wie ich das angestellt hätte. Stattdessen habe gelernt, Grenzen zu setzen. Schön ist das nicht, aber Heilung ist nun mal wichtiger, denn am Ende ist mir mein Frieden wichtiger als mein Glück.

    Fast vergessen: dieses Jahr hatten wir wieder einen Auftritt. Der im nächsten Jahr ist schon geplant, größer dieses Mal. Ich sollte das mit dem Knie möglichst schnell über die Bühne kriegen.