Wir haben dem Kind ein neues Fahrrad gekauft. Das Kind ist sehr glücklich, weil das Rad genau seinen Vorstellungen enstpricht, und wir sind glücklich, denn das Rad war günstig und ist ganz ordentlich.

Bei meinem Fahrrad ist hinten die Achse verbogen. Zum zweiten Mal. Es ist ein uraltes Rad, das ich vor vor Jahren umgebaut habe. Selfmade Singlespeed, indem ich die Gangschaltung abgebaut habe und die Kette auf ein Ritzel setzte, und sonst nix dran. Doch, Bremsen. Es ist immer noch sehr ordentlich und niemand klaut es mir, weil es hässlich ist, aber in meinen Augen ist es schön, weil ich es mit den Augen eines Liebenden ansehe. Es hat eine seltene Reifengröße, deshalb ist die Reparatur immer etwas schwierig. Wir haben hier ein Radladen mit Riesenlager im Industriegebiet, besser kann es gar nicht sein, die reparieren mir auch das Hinterrad, aber kostenlos ist es natürlich nicht.

Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob es sich lohnt. Ich habe das Rad damals selbst zusammengeflickt, Stück für Stück gereinigt und poliert und zusammengeklöppelt, da hängt mein Herz dran, obwohl es wirklich gerade mal nur so geht und mich alle überholen, bis auf Kinder und alte Menschen auf City-Bikes.

Vielleicht sehe ich mir nächste Woche mal Gebrauchte an, die sind ganz ordentlich und kosten so viel, wie zwei neue Hinterräder.

Ich habe mal in einem Radladen ein gebrauchtes Rad gekauft, das ich unten an der Straße abgestellt hatte. Dummerweise war das Rad geklaut und der Vorbesitzer hat es wiedererkannt. Die Polizei stand bei mir vor der Tür, das Rad wurde beschlagnamt und stand, mit einem kleinen Schildchen versehen, bei denen ich Keller, bis es Staub und Spinnweben ansetzte und das Verfahren eingestellt wurde. Ich durfte es nach einem Jahr abholen, es hat sich gefreut, mich wiederzusehen. Der Vorbesitzer wollte es eh nicht mehr haben, der hatte sich nur gedacht: Ey, mein geklautes Rad, ich hol mal die Polizei. Der eigentliche Dieb konnte nie ausfindig gemacht werden und wenn man bedenkt, wie viel Arbeit und Zeit und Personal sowas bindet und wie oft ich nachfragen musste, bis ich das Rad zurückbekam, dann denke ich dass ein Treffen mit dem Vorbesitzer und ein Bierchen die Sache wohl schneller und einfacher wieder ins Lot gebracht hätte. Den Händler hätte man ja mal auf eine Liste "Im Auge behalten" setzen können. Das Absurde war, das der Vorbesitzer ständig irgendwo im Ausland war und nie zu erreichen und sich das Ganze hinzog, wie Kaugummi.

Letztes Jahr ist das Rad auf dem Sperrmüll gelandet. Es hatte leider ein kaputtes Tretlager, das man nicht reparieren konnte, weil sich die Schraube nicht lösen ließ. Ich hatte es an zwei Fahrradreparaturen gegeben, die meinten achselzuckend: Tut uns leid, wir haben alles versucht. Ich hatte es pimpen lassen, neue Bremsen, neue Reifen und es war eigentlich ein ganz feines Rad.