Schwarze Löcher

Das Bild des Schwarzen Lochs ging um die Welt und mit ihm die Artikel und Videos, die erklärten, was Schwarze Löcher sind und wie man ein Bild von ihnen macht. Ich jedoch hing noch an der Frage, wie es überhaupt solch ein Objekt wie ein Schwarzes Loch geben kann. Ein Loch existiert für mich auf einer 2-dimensionalen Fläche, ein Loch in einem dreidimensionalen Objekt kann ich mir nicht vorstellen.

Ein Schwarzes Loch hat einen zweidimensionalen Ereignishorizont in einem dreidimensionalem Universum. Es ist also kein Loch, sondern kugelförmig. Was in dieser Kugel ist, kann man nur mathematisch und physikalisch beschreiben, aber man kann es nicht sehen und sich auch nicht vorstellen. Es ist vollkommen dunkel, und man kann nur vermuten, wie sich Objekte darin verhalten. Mir die Form eines Schwarzen Lochs vorzustellen, bringt mich an die Grenze meiner Vorstellungskraft, weil es keine geeignete Analogie gibt. Ohne Analogie kann ich nicht denken. Sich ein Schwarzes Loch vorzustellen ist ein Versuch, einigermaßen passende, aber unzusammenhängende Assoziationen zu verknüpfen. Größenverhältnisse und Vorstellungen sind gigantisch verzerrt.

Man geht davon aus, dass im Innern eines Schwarzen Lochs die Gravitation so stark ist, dass die Raumzeit unendlich ist. Das ist ein Problem, denn eine Unendlichkeit im Innern einer Kugel ist nicht vorstellbar oder mit Worten anders beschreibbar. In der Darstellung sieht man trichterförmige Gebilde, aber das zeigt ja nur einen Teil des Phänomens, nicht das Objekt an sich.

„Aber mit den Unendlichkeiten ist das so eine Sache. In der Theorie ist das schön und gut; in der Realität eher weniger.“ schreibt Florian Freistätter.

Eine Kugel mit einem unendlichen Innern. Wäre ich ein Zen-Lehrer, würde ich meinen Schülern die Aufgabe geben, sich das vorzustellen. Sie wären ihr Leben lang damit beschäftigt.