Künstler und Tänzer

Die erste Meldung kam von meiner Ballettschule über einen Aushang am letzten Mittwoch: Sie schließt für eine Woche. Tags darauf kam die Meldung in unserer Whatsapp-Gruppe, dass sie für einen ganzen Monat schließt. Im Unterricht waren wir so wenige wie noch nie, wir arbeiteten weiter an unserer Choreografie, mit Partnering, das heißt vollem Körperkontakt.

Innerhalb von vier Tagen wurden die Maßnahmen aufgrund der steigenden Zahlen und der Aussicht auf die Verhinderung eines exponentiellen Wachstums verschärft. Sämtlicher Unterricht fällt bis Ende April aus, das heißt kein Unterricht, keine Workshops und keine Bezahlung für meine Lehrerinnen und meinen Lehrer und die Schulleiterinnen. Das heißt auch keine Aufführungen.

Für die Tänzerinnen und die Theater ist das existentiell. Für manche ist das Tanzen das Leben, nicht nur psychologisch, auch finanziell.

Wir wollten Ostern mit den Kindern meine Eltern besuchen, wir sehen sie nur einmal im Jahr, was sowieso viel zu selten ist. Der Besuch wurde gestern abgesagt, eine traurige, gemeinsame, vernünftige Entscheidung. Für meine Mutter wäre eine Infektion gefährlich.

Ich habe Karten für eine Aufführung zum Geburtstag geschenkt bekommen, wenn wir Glück haben, findet sie statt, ich habe mich darauf sehr gefreut. Die Aufführung findet garantiert nicht statt.

Ich hoffe, dass die Infektionszahlen innerhalb des nächsten Monats zurückgehen, ich hoffe es für alle, aber besonders muss ich an all die Tänzerinnen und Künstler und Theaterbesitzer denken, den gesamten Kulturbetrieb, eine Kultur, deren Bestandteil es ist, sich zu treffen, zu begegnen. Ich kenne viele Menschen, für die eine persönliche Begegnung sehr wichtig ist.

Update: Es wird mit Sicherheit noch lange Zeit Maßnahmen geben.

Sechs Jahre Tanz

Etwa vor sechs Jahren hatte ich die Idee. Im September 2014 habe ich dann angefangen, Tanzunterricht zu nehmen. Von Null auf Mittelstufenniveau. Ballett, Jazz, Floor Work, Contemporary, Modern, Gaga. Als Kunstform sozusagen, zum persönlichen Vergnügen. Es wurde eine Reise zum Mittelpunkt des Selbst. Mit Monstern und Riesenpilzen. Sechs Jahre Tanz weiterlesen

Tanz und Technik

Ich versuche immer wieder, mein altes Ballett-Blog wiederzubeleben, aber das funktioniert nicht, der Tanz hat ganz andere Formen angenommen und Ballett tanze ich auch gar nicht mehr wegen meiner Verletzung. Außerdem passt das wtf auch nicht mehr.

Ich habe Anfang des Jahres mit moveandthink.de angefangen und werde dort alles, was das Tanzen betrifft, weiterführen. Zu dem Zweck habe ich, wie üblich bei mir, das Blog neu aufgesetzt.

Bloggen hat für mich den Vorteil, dass ich besser nachdenken kann, wenn ich schreibe. Dann sind es nicht nur flüchtige Ideen, sondern ich kann drauf zurückgreifen.

Update: Nein, ich werde das Blog nicht weiterführen. Nach all den Workshops und dem Unterricht und meinen Überlegungen im letzten Jahr habe ich soweit alles sortiert, dass ich über das Tanzen nicht mehr viel nachdenken muss. Es ist soweit sortiert und ich das Grundsätzliche ist abgeschlossen.

Rückblick September

Der Monat bestand hauptsächlich aus Arbeit, Wohnung neu einrichten und Aufräumen. Ich habe Wände nachgestrichen und ausgebessert, einen Tisch gestrichen, Lampen aufgehängt und vor allem Müll weggebracht, Sperrmüll, Elektro, Verpackungsmaterial und Hausmüll. Ich räume jetzt jede Ecke, jeden Karton und jedes Regal auf. Ich repariere und ersetze. Nach fünfundzwanzig Jahren habe ich meinen Rechner in ein ordentliches, neues Gehäuse gebaut. Der alte Rechner stand offen, damit er genug Kühlung bekommt, die Festplatte baumelte raus und lag daneben auf dem Boden.

Die Seiten hatte ich aufgebohrt, damit mehr Luft reinkommt, was aber nichts brachte. Beim Umbau habe ich ihm eine neue Festplatte verpasst und vor allem alles entstaubt. Die Neuinstallation von Windows hat mich einen kompletten Abend bis in die Nacht hinein gekostet. Ich hatte eine alte Version installiert, die Updates haben alleine Stunden gebraucht. Das war ein Fehler. Ich vergesse immer, wie lange Updates brauchen.

Auch die Negative und Fotos der letzten fünfunddreißig Jahre, verteilt in etlichen Kartons und Ordnern, müssen digitalisiert und ordentlich verstaut werden. Ich werde jetzt alle Negative einscannen. Das wird Monate dauern. Mein Scanner, ein Epson 4870, ist nicht mehr der Neueste und scannt nicht zuverlässig. Vielleicht ist es ein Hitzeproblem, dass ich mit einem Ventilator lösen kann.

Ich habe das Tanzen reduziert. Ich tanze zwei Mal die Woche, nicht mehr, und vor allem kein Ballett mehr. Ich habe die letzten Monate und sogar Jahre doch ein bisschen viel mich ausschließlich mit Tanz beschäftigt. Jetzt nach fünf Jahren Ausbildung bin ich an einem Punkt, mit dem ich recht zufrieden bin, etwas vollständig verinnerlicht habe und mich nun auch wieder auch anderen Sachen widmen kann.

Ich habe mir eine Tanzgeneralprobe angesehen und die Solostücke im Rahmen Die Solisten. Gabriela Ceceña hat eine Choreografie aufgeführt, die ihre Größe in der Präzision hatte. Ich war sehr beeindruckt. Daniele Ninarello hatte einen ganz eigenen Stil mit einem interessanten Ansatz, den Raum als Ganzes einzubinden. Tanz als Sprache im Raum. Marta Alstadsaeter und Kim-Jomi Fischer haben ein beeindruckendes akrobatisches Stück gezeigt.

Bei Daniele Ninarello habe ich einen Workshop besucht.

Ich höre wieder Gitarrenmusik und Texte an, vor allem deutsche. Siehe auch hier.

Ich habe einen Freund in der Nähe von Stuttgart besucht, mich mit einem Freund getroffen, war im Kino und auf drei Geburtstagen.