Billy Nomates – No

Jetzt bin ich verwirrt, aber wenn ich das richtig sehe, hat Billy Nomates ihr Album No im Alleingang zuhause aufgenommen und über Bandcamp verkauft (dort habe ich es nämlich her), und jetzt kommt das Album demnächst bei Invada Records (Geoff Barrows Label) raus. Ich vermute, es wurde nochmal neu aufgenommen oder produziert oder abgemischt. Das finde ich völlig in Ordnung, auch wenn ich ein großer Freund roher Aufnahmen bin, kann man aus manchen Song einfach mehr machen.

Ich hatte mich letzten mit einem befreundeten Musiker unterhalten und stellte fest, dass es den einen, fertigen Song selten gibt, es kommt immer wieder mal vor, dass es Songs in unterschiedlichen Versionen gibt, weil man als Musiker ja nie sagen kann, wann ein Song in welcher Version als fertig gilt. Das, was man hört, ist ja immer nur eine Version eines Songs.

Rauchen und Tanz in Videos

Hamburg, Punk und eine Contemporary/Modern/Jazz-Tanzgruppe … das muss ich ja mögen. Naja, vielleicht werde ich alt. Nein, eigentlich nicht, als ich jung war fand ich Storm Troopers of Death auch eher nur amüsant.

Die Tanzgruppe kann ja richtig was, ich hätte aber anstelle von Improvisation eine Choreografie genommen.

Grenzen überschreiten ist etwas anderes, was den Text, die Musik und den Tanz angeht. Denn die Grenzen, die man damit überschreiten will, hat man hier nicht einmal annähernd erreicht.

Was ich ja sehr erstaunlich und überzeugend fand, habe ich in dem Shop von Shen Yun gefunden:

Did you know that dance, 舞, and martial arts, 武, are two sides of the same coin? In fact, they even share the same pronunciation in Chinese — „wu.“ While dance is more elaborate and fluid, martial arts are more impromptu and abrupt. Can you tell which character is for dance, and which is for martial arts?

Wie nah Tanz und Kampfsport beieinander liegen, sieht man hier.

Eine zeitgenössische Choreografie braucht Kraft, Flüssigkeit, Ausdruck und Form. Und gerade Punk braucht Präzision und muss Dinge auf den Punkt bringen.

Der Tanz im Video, würde ich sagen, braucht Form, Kraft und mehr Ausdruck.

Man hat die Entscheidung, wie Musik und Tanz im Video zusammenkommen, ob man ihn kontrastieren oder eigenständig, eher zufällig passend einbaut, oder ob man ihn klassisch choreografiert.

Tanz als ästhetischer Kontrapunkt

  • Nirvana – Smells like teen spirit
  • Slow Club – Two Cousins
  • The Avalanches – Since I left you

Tanz als Choreografie

  • Hozier – Take me to church
  • Sia – Chandelier

Es geht nicht darum, ob ich es persönlich besser tanzen oder choreografieren würde, sondern darum, dass ich es auf eine Weise anders gemacht hätte, so dass ich es besser gefunden hätte. Das ist nicht nur eine Geschmacksfrage, da ist einfach ganz viel ungenutztes Potential in der der Tanzdarstellung.

Farbiges Vinyl

Ich liebe farbiges Vinyl. Früher hieß es, schwarzes Vinyl klänge besser. Inzwischen hat sich die Technologie entwickelt und eventuell klingt es genau so. Ich würde wahrscheinlich gar keinen Unterschied hören. Ich habe ja schon beim Blindtest mit unkomprimierten Sounddateien und MP3 versagt. Ich kaufe trotzdem Wave-Dateien. Es ist ja möglich, dass ich in zig Jahren eine Anlage habe, auf der ich die Unterschiede höre. Unwahrscheinlich, aber möglich. Farbiges Vinyl weiterlesen

Sensual World

Sensual World sind eine Punk Band aus Richmond, die sich nach dem Album von Kate Bush benannt haben. Viel mehr Info habe ich nicht gefunden und ist auch gar nicht nötig. Eine Punk-Band, die sich nach einem Kate Bush-Album benennt, rennt bei mir offene Türen ein.

Ihr Album Feeling Wild ist genau die Musik, nach der ich gesucht habe, laut, roh (Fender Telecaster!) und mit feinem Gespür für Melodien.

Ihre Musik gibt es bei Bandcamp.

Mixtapes

Letztens unterhielt ich mich mit jemandem über Spotify. Ich erklärte die Unterschiede von Spotifys Playlists und Mixtapes und von Pandora, dessen Grundlage das Music Genome Project ist.

Er war beigeistert von Spotify und es fehlte ihm nichts. Mir fehlen Mixtapes und Playlists sind keine Mixtapes. Selbst, wenn es gute Mixtapes auf Spotify gäbe, würde man sie nicht finden. Mit viel Glück, und vor allem Mühe, findet man die eine oder andere Playlist, aber das alles ist noch kein Mixtape.

Ein Mixtape ist eine Zusammenstellung von Musik, in der jeder Song mit viel Gefühl und Fantasie in den nächsten übergeht. Es kann einer Reise durch Zeit und Stile gleichen oder ein Mixtape über ein Thema sein. Die maßgeblichen Begriffe dabei sind: Fantasie und Gefühl. Am Ende gibt man dem Mixtape einen Namen, der weniger mit der Musik zu tun haben muss als vielmehr eine Art Verweis ist. Man muss Offenheit und Spaß an Assoziationen mitbringen, wobei meine Mixtapes sich sicher am ehesten am Gefühl orientierten. Ich halte nichts von intellektueller Aufgeladenheit. Ein Mixtape ist für mich keine intellektuelle Schnitzeljagd, sondern eine Reise durch die Gefühlswelt, ähnlich einer guten Radiostation oder dem DJing.

Gute Mixtapes sind Gold wert und sehr persönlich.

Mein Gegenüber blickte mich als hätte ich ein Zyklopenauge und eine Glaskugel über den Kopf gestülpt und würde unverständliche Laute von mir geben.

Zeit, mal wieder ein gutes Mixtape zu machen.

Pandora (als ich es noch hören durfte) funktionierte für mich sehr gut, ebenso (als es das noch gab) Muxtape. Mit Spotify Playlists hat das nichts zu tun.

Das hier sind Mixtapes.

Vielleicht gibt es fantasievolle, persönliche Zusammenstellungen mit Gefühl auch auf Spotify, aber wo findet man sie? Die Software hat dafür gar keine Funktion.

Alternativ kann man sich auch mal wieder eine John-Peel-Session anhören.