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Die Grenzen technischer Machbarkeit

Gestern habe ich Blade Runner zum wiederholten Male gesehen. Kann ich gar nicht oft genug. Der Film beginnt im November 2019, das wäre real in neun Monaten. Was in dem Film erzählt wird, ist zwar nicht Wirklichkeit geworden, aber schon etwas näher gerückt.

Wir würden immer noch gerne Planeten kolonialisieren, weil das mit der Ökologie auf der Erde so kompliziert ist. Als wenn die Kolonialisierung von Planeten einfacher wäre. Und wir entwickeln Roboter, die Arbeiten übernehmen, nicht nur Fließbandarbeit, sondern auch Informationsverarbeitung, Dienstleistungen oder sogar Pflege – menschenähnliche Maschinen mit Intelligenz und Gefühl.

Damit sind wir schon recht weit, aber vielleicht werden wir damit auch nicht viel weiter kommen. Oder es wird eine vollkommen andere Richtung nehmen, an die wir noch gar nicht gedacht haben oder an die wir gar nicht denken können. Der Film Her hat da schon sehr weit und beeindruckend klug gedacht. Science Fiction ist eine Form der Fantasie, keine Methode der Wissenschaft. Sie kann sich weit weg von der Realität bewegen oder nah dran bleiben. Sie kann sich mit ganz bestimmten Aspekten der Realität beschäftigen, man denkt bei Science ja eher spontan an Naturwissenschaft, aber es gibt auch andere Wissenschaften.

Man kann auch heute noch Science-Fiction-Geschichten erzählen, die sich nicht darum scheren, dass das Ganze viel Geld kostet und man das Material braucht. Wenn wir Städte wie Shanghai und Dubai sehen, malen wir uns vielleicht aus, wie die Welt aussähe, wenn sie sich in der Form weiterentwickeln würde, aber Ressourcen sind endlich. Eine Science-Fiction-Geschichte, in der fliegende Autos vorkommen, halten wir heute für unrealistisch (realitätsnäher ist das automatisierte Fahren), eine, die von der Sonne als Energiequelle erzählt, mit der man Materialien herstellen kann, deren Eigenschaften wir heute noch gar nicht kennen, nicht.

Manchmal erinnern uns wissenschaftliche Ergebnisse an Science Fiction oder übertreffen unsere Erwartungen sogar. Dann macht sie uns unter Umständen mehr Angst als Hoffnung. Hoffnung worauf? Angst wovor? Auf jeden Fall, dass wir Menschen überflüssig sind. Nicht mehr nur, dass wir keine Lebensgrundlage haben, sondern dass wir auch keine Bedeutung mehr haben. Eine existenzialistische Frage. Oder wir haben Angst davor, dass wir die Kontrolle verlieren. Auch eine lebensbedrohliche Angst und seit der gezielten Kernspaltung sehr real.

Die Idee einer AI zeigt uns unsere Grenzen, indem sie diese übersteigt. In der Realität schlägt sie uns bereits in Teilbereichen. Bezüglich der Denkleistung halten wir im Moment für alles möglich. Gleichzeitig sind der Machbarkeit Grenzen gesetzt, weil wir selten bedenken, dass für die Umsetzung Ressourcen nötig sind, die vielleicht irgendwann erschöpft sind (Ich bin ziemlich sicher, dass man in den großen Firmen das bereits bedenkt).