Etwas verfasert

Rückblickend bloggen ist nervig, aber manchmal driften die Fäden auseinander und erst nach einer gewissen Zeit kann ich sie mühsam zu einem Tau verbinden.

Ich habe versucht, einfach nur weiter zu machen, aber manches hat sich dann doch verändert.

Im ganzen letzten Monat habe ich mich zweimal mit einem Freund getroffen, also mit zwei verschiedenen. Mit dem einen holten wir uns das Bier aus dem Supermarkt und setzen uns in einen leeren Park. Das war ziemlich nett.

Mit dem zweiten Freund habe ich mich letzten Donnerstag getroffen, weil er mir sein Album als CD persönlich überreichen wollte. Wir trafen uns auf einem asphaltierten Platz, die Leute saßen auf den Bänken und auf dem Boden, ich habe dort auch mal gewohnt, aber den Platz nie so mit jungen Menschen gefüllt gesehen. Auf dem Platz spielten drei Kinder Fußball, bis die Polizei kam, weil es schon halb elf war und sie doch recht laut waren.

Als nächstes planen wir ein Musikvideo. Wir könnten eigentlich loslegen.

Kultur lebt davon, dass Menschen sich treffen. Ich kann beides gut: zuhause bleiben und rausgehen. Ich kenne lange Phasen von beidem und vor Jahren fasste ich den Entschluss, rauszugehen und mich mit Menschen neu und anders zu verbinden. Tanzen ist nicht mein Leben, aber ein Leben mit Tanz ist schöner und ich werde nicht mehr ohne leben.

Ich nehme über Zoom an tollem Unterricht teil, und sehe inspirierende Aufführungen, letztes Wochende gab es ein Mass Dancing, was absolut traumhaft war. So war ich seit Jahrem nicht mehr in meinem Element. Ich habe eine tolle Tänzerin, die in Berlin Unterricht von ihrem Zimmer aus Unterricht gibt. Ich lerne ganz andere Seiten kenne und ich mag, was ich sehe und wen ich neu online treffe, ich habe GAGA und ähnliches als ernsthafte Technik entdeckt. Und ich nehme am Ballettunterricht über Zoom teil.

Das geht eine zeitlang gut, aber nicht auf Dauer.

Ich bin einfach gerne für mich in Gesellschaft, ich teile gerne, weiß aber, dass es oft nur verschwindend geringe Gemeinsamkeiten gibt. Mit Teilen meine ich nicht Austeilen oder konfrontativ oder zur Diskussion stellend mitteilen. Ich meine damit ein Gefühl von Gemeinsamkeit. Tanzen und mich mit Freunden treffen gibt mir genau das. Online entdecke ich gerade Gemeinsamkeiten wie noch nie. Das verwirrt mich etwas.

Sechs Jahre Tanz

Etwa vor sechs Jahren hatte ich die Idee. Im September 2014 habe ich dann angefangen, Tanzunterricht zu nehmen. Von Null auf Mittelstufenniveau. Ballett, Jazz, Floor Work, Contemporary, Modern, Gaga. Als Kunstform sozusagen, zum persönlichen Vergnügen. Es wurde eine Reise zum Mittelpunkt des Selbst. Mit Monstern und Riesenpilzen.

Ein Jahr später begann ich, darüber zu bloggen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Es ist noch heute so – obwohl es mir selbstverständlich geworden ist und für andere sowieso – dass ich im Unterricht vor dem Spiegel stehe und denke: Was zu Hölle …?! Ich sehe mir auch heute noch ungerne direkt in die Augen, wenn ich vor dem Spiegel stehe. Geschlecht und Alter bestimmen doch zu sehr das Selbstbild. Es wird mich wahrscheinlich mein Leben lang begleiten, mich selbst davon zu überzeugen, dass das nicht die einzigen Kategorien sind, die mich definieren. Jedenfalls nicht mit den Assoziationen, die ich dazu habe. Eine permanente Selbstbeobachtung, das ist kein Schreibthema, dafür reichen in paar Skizzen.

Die Zeit, darüber nachzudenken, ist vorbei. Jedenfalls so, dass es lesbar ist. Außerdem bekomme ich sowieso kaum einen vernünftigen Gedanken zum Thema zu fassen. Es ist ein permanentes Aufbrechen meiner Vorstellungen. Zur Technik gibt es nicht mehr viel zu sagen. Das Ganze ist sehr individuell und persönlich geworden und wenn ich das formuliere, sind es Aufzeichnungen und Notizen, die kein Mensch versteht.

Und natürlich ist auch der Input größer geworden. Ständig lerne ich Neues und Anderes.

Ich gehe immer noch zweimal die Woche in den Unterricht, besuche Workshops, übe und probiere weiterhin zuhause.

Ich werde darüber nicht mehr in eigenen Blogs darüber schreiben. Eigentlich schade. Ich habe selbst wahnsinnig gerne Blogs über das Thema gelesen, aber die sind alle stillgelegt.

Wenn ich doch mal etwas darüber schreiben will, dann tue ich es hier.

Kleine Freuden

Ich habe mir Small Pleasures aus der Reihe School of Life gekauft. Viel habe ich noch nicht gelesen, aber die Idee und die Umsetzung ist sehr nett. Ich überlegte mir, wie ich das auf mich übertragen könnte und was eine meiner kleinen Freuden wäre.

Anfang Januar hatte ich einen Tag komplett für mich alleine, ich nahm mein Buch, fuhr in die Stadt und setzte mich in die Bar, in der ich mich normalerweise nur abends verabrede. Ich bestellte einen Milchkaffee und las mein Buch. Ich fand das erstaunlich angenehm und dachte mir, dass ich das öfter machen sollte. Lese ich zuhause, schlafe ich entweder dabei ein oder ich kann mich nicht konzentrieren. Außer, wenn ich Urlaub habe.

Ich muss etwas länger suchen, denn viele Cafés und Bars sind am Wochenende erstaunlich voll.

Die letzten beiden Wochenenden habe ich mich wieder ins Café gesetzt und gelesen, es ist eine echte kleine Freude. Ich habe mir vorgenommen, das öfter zu machen.

Tanz und Technik

Ich versuche immer wieder, mein altes Ballett-Blog wiederzubeleben, aber das funktioniert nicht, der Tanz hat ganz andere Formen angenommen und Ballett tanze ich auch gar nicht mehr wegen meiner Verletzung. Außerdem passt das wtf auch nicht mehr.

Ich habe Anfang des Jahres mit moveandthink.de angefangen und werde dort alles, was das Tanzen betrifft, weiterführen. Zu dem Zweck habe ich, wie üblich bei mir, das Blog neu aufgesetzt.

Bloggen hat für mich den Vorteil, dass ich besser nachdenken kann, wenn ich schreibe. Dann sind es nicht nur flüchtige Ideen, sondern ich kann drauf zurückgreifen.

Update: Nein, ich werde das Blog nicht weiterführen. Nach all den Workshops und dem Unterricht und meinen Überlegungen im letzten Jahr habe ich soweit alles sortiert, dass ich über das Tanzen nicht mehr viel nachdenken muss. Es ist soweit sortiert und ich das Grundsätzliche ist abgeschlossen.

Rückblick September

Der Monat bestand hauptsächlich aus Arbeit, Wohnung neu einrichten und Aufräumen. Ich habe Wände nachgestrichen und ausgebessert, einen Tisch gestrichen, Lampen aufgehängt und vor allem Müll weggebracht, Sperrmüll, Elektro, Verpackungsmaterial und Hausmüll. Ich räume jetzt jede Ecke, jeden Karton und jedes Regal auf. Ich repariere und ersetze. Nach fünfundzwanzig Jahren habe ich meinen Rechner in ein ordentliches, neues Gehäuse gebaut. Der alte Rechner stand offen, damit er genug Kühlung bekommt, die Festplatte baumelte raus und lag daneben auf dem Boden.

Die Seiten hatte ich aufgebohrt, damit mehr Luft reinkommt, was aber nichts brachte. Beim Umbau habe ich ihm eine neue Festplatte verpasst und vor allem alles entstaubt. Die Neuinstallation von Windows hat mich einen kompletten Abend bis in die Nacht hinein gekostet. Ich hatte eine alte Version installiert, die Updates haben alleine Stunden gebraucht. Das war ein Fehler. Ich vergesse immer, wie lange Updates brauchen.

Auch die Negative und Fotos der letzten fünfunddreißig Jahre, verteilt in etlichen Kartons und Ordnern, müssen digitalisiert und ordentlich verstaut werden. Ich werde jetzt alle Negative einscannen. Das wird Monate dauern. Mein Scanner, ein Epson 4870, ist nicht mehr der Neueste und scannt nicht zuverlässig. Vielleicht ist es ein Hitzeproblem, dass ich mit einem Ventilator lösen kann.

Ich habe das Tanzen reduziert. Ich tanze zwei Mal die Woche, nicht mehr, und vor allem kein Ballett mehr. Ich habe die letzten Monate und sogar Jahre doch ein bisschen viel mich ausschließlich mit Tanz beschäftigt. Jetzt nach fünf Jahren Ausbildung bin ich an einem Punkt, mit dem ich recht zufrieden bin, etwas vollständig verinnerlicht habe und mich nun auch wieder auch anderen Sachen widmen kann.

Ich habe mir eine Tanzgeneralprobe angesehen und die Solostücke im Rahmen Die Solisten. Gabriela Ceceña hat eine Choreografie aufgeführt, die ihre Größe in der Präzision hatte. Ich war sehr beeindruckt. Daniele Ninarello hatte einen ganz eigenen Stil mit einem interessanten Ansatz, den Raum als Ganzes einzubinden. Tanz als Sprache im Raum. Marta Alstadsaeter und Kim-Jomi Fischer haben ein beeindruckendes akrobatisches Stück gezeigt.

Bei Daniele Ninarello habe ich einen Workshop besucht.

Ich höre wieder Gitarrenmusik und Texte an, vor allem deutsche. Siehe auch hier.

Ich habe einen Freund in der Nähe von Stuttgart besucht, mich mit einem Freund getroffen, war im Kino und auf drei Geburtstagen.

Tanz­workshops

Letztes und dieses Jahr hatte ich einige Tanzworkshops besucht. Dabei habe ich Techniken für den Körper und Zugänge zu Bewegungsabläufen gelernt. Nebenbei gab es Erklärungen zu den Ideen, die dahinter stehen.

Es hat sich gezeigt, dass es Ähnlichkeiten gibt. Eine Stunde fängt im Stehen oder Liegen an und aus der vollkommenen Entspannung bewegt man sich von kleinsten Bewegungen zu größeren, die den ganzen Körper in Bewegung versetzen. Anschließend folgen Bewegungsimpulse, initiiert durch Partner oder durch die Umgebung oder durch ein Bild, eine Vorstellung. Danach kooridiniert man diese Bewegungsabläufe in der Gruppe.

Tanz verbindet und die Koordination von Bewegungen mit anderen macht uns glücklich. Aeon hat dazu ein sehr schönes, kleines Video erstellt.

Im zeitgenössischen Tanz steht diese Verbindung der Menschen zu seinem eigenen Körper und zu anderen und dem Körper als Instrument der Sprache im Raum im Vordergrund.