Greta Morgan hat mit ihrer Band Sprintime Carnivore zwei tolle Alben rausgebracht.
Laufen gerade rauf und runter.
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Greta Morgan hat mit ihrer Band Sprintime Carnivore zwei tolle Alben rausgebracht.
Laufen gerade rauf und runter.
Ein Freund hat mich gefragt, ob ich nicht zu einem Treffen von Musikern kommen will. Es ist diese Gruppe hier, die von einem organisiert und zusammengehalten wird, der selbst Songs schreibt, aufnimmt und veröffentlicht. Mittlerweile hat er ein eigenes Studio.
Singer-Songwriter ist ein veralteter Ausdruck. Das ist auch kein Stil mehr, sondern einfach nur eine Bezeichnung für Menschen, die eigene Songs schreiben, spielen und aufnehmen. Dadurch, dass Software, Hardware und Instrumente nicht mehr so teuer sind, ist das Spektrum sehr groß. Amateur-Musik ohne Kategorie. Amateur-Musiker trifft es wohl am besten.
„Ich schreibe gar keine Songs“, stelle ich mich vor, „würde aber gerne“. „Na, dann mal los“, sagt die Runde.
Wir hören uns die Songs an, diskutieren, reflektieren, geben Feedback. Das Ganze in unglaublich wertschätzender, freier, konstruktiver Atmosphäre.
Mein Kopf kommt danach nicht zur Ruhe, ich fange an, zu formulieren, worüber ich singen würde, wenn ich ernsthaft formulieren würde, was mich bewegt. In Zeilenform. Mich bewegt meine eigene Geschichte, meine Erlebnisse, meine Gefühle. Es ist so persönlich, dass ich nicht schlafen kann, ich wache ständig auf von den Gedanken, die sich in Zeilen formulieren. Ich notiere sie in einem Notizbuch. So etwas mache ich ab und zu, aber nie im Hinblick darauf, das zu singen. Eine Therapiesitzung mit meinem Gehirn.
Ich werde einen Song aufnehmen, und wenn es bloß ein Fetzen oder ein Satz ist. Bisher war das nicht mal ein erster Schritt, sondern bloß den Fuß hochheben.
Meine letzten Songs habe ich mit 20 geschrieben. Selbstverständlich waren das Liebeslieder. Nochmal zurück, um weiterzukommen. So habe ich das mit dem Tanzen auch gemacht. Ich nehme einen Faden wieder auf. Als ich ins Tanzstudio ging, dachte ich damals: Hier bin ich richtig. Dieses Gefühl hatte ich an dem Abend auch.
Weil ich es sonst vergesse und es sonst irgendwo in meinen tausend Playlists auf Youtube verschwindet, sammele ich hier tolle Cover-Versionen. Ich finde sie sehr überraschend und hätte sie nicht erwartet.
Cyndi Lauper hat mich überrascht, und ich wusste nicht, dass sie 2003 ein ganzes Album mit großartigen Cover-Versionen rausgebracht hat. Ich spiele die Gesangmelodie auf Gitarre nach, um mich in Blues einzulernen.
Molly Miller höre ich mir gerade sehr viel an, um mich in bluesy-jazzy Lead-Guitar reinzuhören. Sie hat einen Doktor in Gitarre oder wie man das nennt.
Queen Ester singt Smells Like Teen Spirit. Auch wenn es anders klingt, das Gefühl ist das Gleiche. Perfekt getroffen.
Sleep Token covert Hey Ya! und ich höre den Song zum ersten mal richtig. Sleep Token entdecke ich gerade neu. Ich war vor einem Jahr noch nicht bereit dafür.
Ein großer Musiker und Sänger covert einen großen Musiker und Sänger. Wie gut Byrne und Bowie passen, merke ich erst jetzt. Choir! Choir! Choir! hatten anlässlich des Todes von David Bowie angefangen, seine Songs zu singen. Eine Ehre.
Ich habe in der letzten Zeit viele Videos von Justin Hawinks gesehen und gehört. Justin Hawkins ist Sänger und Gitarrist der Band The Darkness, die 2003 mit I Believe In A Thing Called Love einen Hit hatten.
Besonders seine Gespräche mit dem Vocal Coach Elizabeth Zharoff aka @TheCharismaticVoice und seiner Produzentin Jenny May Finn fand ich sehr inspirierend. Dabei geht es mir gar nicht mal so sehr um den Inhalt, das ist sehr spezieller Musik-Talk, es geht mir darum, wie intensiv und ausgewogen sie sich unterhalten. Das sind Gespräche, die mir zeigen wie es klingt, wenn zwei Menschen sich verstehen. Natürlich sind das Thema und das Interesse Bedingung oder Einstieg, sonst steigt das Gegenüber gleich nach ein paar Sätzen aus (bzw. hat man sich darüber überhaupt gefunden), aber auch ohne sich zu kennen kann man mit Neugier, zurückhaltendem Selbst und echtem Interesse gute, respektvolle Gespräche führen.
Lustig ist, dass Elizabeth Zharoff seinen Gesang zu I Believe In A Thing Called Love analysiert, was er wiederum auf seinem Kanal kommentierte. So haben sie sich gefunden.
Mette Rasmussen, die Leiterin des Chores, war die Lehrerin von Efterklang als sie noch zur Schule gingen (link). Mette leitet seit 1997 den Sønderjysk-Mädchenchor, Efterklang gründeten sich 2000.
Sie arbeiten seit zehn Jahren mit dem Mädchenchor zusammen. Im Laufe der Jahre immer intensiver.
Der Song Animated Heart erschien auf dem Album, das sie letztes Jahr veröffentlicht haben (was ich gerade jetzt erst sehe), und ist eine wunderbare Hommage an den Chor. Mein Lieblingsvideo des letzten Jahres.
Hier ist ein kleiner Kurzfilm über die Zusammenarbeit.
Seit 2021 Jahr geben sie gemeinsame Konzerte, auf denen die Mädchen selbst Songs beigetragen haben und Instrumente spielen.
Meine persönliche Liste der Alben, die 2024 erschienen sind.
Das ist Musik, die ich höre, um zu improvisieren und mich inspirieren zu lassen. Also auch Musik für’s Herz, aber mehr für Herz-Kreislauf.
Da meine Concertina gerade zur Reparatur in Dublin ist, und ich doch gerade erst für mich entdeckt habe, Melodien zu lernen und zu spielen, habe ich meine E-Gitarre in die Hand genommen und mich am Cissy Strut versucht.
Ich habe seit vier Jahren eine Telecaster. Um der Gitarre gerecht zu werden, will ich Sologitarre lernen, und das fängt beim Blues an, den ich eigentlich nicht gerne höre, aber er ist der Anfang der Art von Musik, wo ich hin will.
Eine gute Vorlage für Technik sind die alten Alben von The Meters, knackiger Twang-Sound mit perfektem Timing.
The Meters wurden von Art Neville, einem der Neville Brothers, in New Orleans gegründet. Der Gitarrist ist Leo Nocentelli, der eine Telecaster spielte.
Die Telecaster und die Stratocaster von Fender erzeugen einen sehr klaren, harten Sound.
Born in the fifties, looking so bold
Fender Stratocaster
Everything your parents hated about rock & roll
Fender Fender FenderWangin‘ & a-twangin‘, sounding so tough
Fender Stratocaster
& the kids in my corner, they can’t get enough
Fender Fender Fender
Like the wind in your hair when the top is down
Like taillights headed for another town
Fender Stratocaster
Well, there’s something about that soundLike gasoline in the sand
Fender Stratocaster
Like a motorcycle at a hot dog stand
Fender Fender Fender
Like the Dunkin‘ Donuts in Mattapan
Fender Stratocaster
Like the Thrifty Drugs in Santa An‘
Fender Fender FenderWell the sound is thin & the sound is cheap
Jonathan Richman – Fender Stratocaster
Like a tin can falling on a dead end street
Fender Stratocaster
Well, there’s something about that sound
Den Sound bekommt man aber auch mit anderen Gitarren hin. Duane Eddy spielte eine Gretsch.
Eine Gitarre mit Metallsaiten klingt härter und lauter. Entwickelt wurde sie von Christian Frederick Martin, der den Körper so verstärkte, dass er Stahlsaiten aufziehen konnte. Die D-19 hatte letztes Jahr 190sten Geburtstag. Das war die Geburt der Westerngitarre.
Western und Blues haben gemeinsamen Ursprung. Jimmie Rodgers gilt als Vater der Westernmusik, gelernt hat er von den Afroamerikanern, mit denen er bei der Eisenbahn gearbeitet hat.
Robert Johnson was a black blues musician and contemporary of Jimmie Rodgers. Retrospective boxed sets of music from both artists are available today. „If you go back and play those two boxed sets, they’re not very different from each other in sound. And you begin to understand, first hand, why they call country music the white man’s blues,“ said Tom Roland, music columnist for the Nashville Tennessean.
„Hank Williams was taught by a black street musician called Tee-Tot. In fact, the near inseparability of early country music and early blues is now documented in a 3-CD compilation released by Warner Bros. in 1998. Called „The Black Experience: From Where I Stand,“ the album presents 52 black artists‘ contributions to country music and includes not only African-American artists primarily known for their contributions to the blues, but those such as Charley Pride and Cleve Francis, who identified themselves solely as country artists.
https://www.africanbluegrass.com/content/twang-not-color
Twang ist der lautmalerische Ausdruck des Geräusches einer schwingenden Bogensehne. Der Ausdruck wurde auf den Klang der angeschlagenen Stahlsaite übertragen. Der Begriff wurde später auch auf eine nasale Stimmresonanz übertragen und historisch verwendet, um „eine unangenehme Resonanz“ zu beschreiben. Später wurde der Begriff mit regionalen Dialekten assoziiert.
Twang beschreibt nicht nur den Gitarrensound, sondern auch eine Gesangstechnik. Wenn man mal einen Chor aus Afrika live gehört hat, merkt man, wie unglaublich laut sie singen.
Charley Patton hat seine Stimme ganz bewusst verändert.
Twang nennt man auch den Gesangstil, den man übt, um in hohen Tonlaugen lauter singen zu können.
Dieser „Twang“ wird auch von Country-Sängern genutzt. Willie Nelson singt fast immer mit einer Twang-Stimme.
„Twang“ ist ein Sound, der eine Unschärfe, eine Härte und Minderwertigkeit mit sich bringt. Der Sound der einfachen Leute.
Twang bricht mit Wohlklang und Klassik.
Wer in den 50ern E-Gitarre in der Hand hält, ist ein Rebell. Dieses Kontrastbild aus weißen, nerdigen Schuljungen und E-Gitarre ist Bild, mit dem immer wieder gespielt wird. Ich habe Hochachtung vor denen, die damals in einer weißen, westlichen Kultur mit Sounds und Blues experimentierten. Unzählige Bands und Musiker haben meine Kindheit und Jugend geprägt.
Der „Twang“ ist natürlich auch der wichtigsten Stilmittel der Surf Music.
Skuril und bemerkenswert ist auch das Bild des Space-Cowboy. Das konservative Amerika war von Weltraumphantasien beeinflusst; Atomtechnologie und Weltraumfahrt bestimmten das Bild der Moderne. Gleichzeitig sah man allerlei Gefahren, die sich in zahlreichen Horrorfilmen ausdrückten.
Der Sputnik-Schock hatte einen Sound:
Elektrische Instrumente und neue Aufnahmetechniken ermöglichten ebenfalls neue Sounds. Der Produzent der Tornados ist als der erste Produzent, der als eigenständiger Künstler galt. Telstar war der erste Nummer-Eins-Hit in den U.S.A. von einer Band aus England.
Robert George „Joe“ Meek (5 April 1929 – 3 February 1967) was an English record producer and songwriter considered one of the most influential sound engineers of all time, being one of the first to develop ideas such as the recording studio as an instrument, and becoming one of the first producers to be recognised for his individual identity as an artist.
https://en.wikipedia.org/wiki/Joe_Meek
Meek was affected by bipolar disorder and schizophrenia. His commercial success as a producer was short-lived, and he gradually sank into debt and depression. On 3 February 1967, using a shotgun owned by musician Heinz Burt, Meek killed his landlady, Violet Shenton, with whom he had argued over the loudness of his studio, which he rented from her, and then shot himself.
Wer mit Twang spielt, spielt knackig, klar, laut und penetrant. Das Gegenteil von smooth und glatt.
Guns N‘ Roses Sänger Axl Rose singt ebenfalls mit einem extremen Twang und auch Guns N‘ Roses sind Grenzgänger der Stilrichtung, mit einem deutlichen Bezug zu den Wurzeln, nämlich dem Blues. Eine vollkommen andere Richtung als das, was Bon Jovi oder Slayer oder Metallica damals machten. Eine Verjüngungskur für den Blues-Rock.
Jeffrey Lee Pierce und Gun Club kann ich gar nicht oft genug erwähnen. Sie brauchen eigentlich einen eigenen Eintrag hier. Jeffrey Lee Pierce ist mein Lieblingssänger, und er spielt traumhaft mit schiefen Tönen und Twang. Leidenschaftlich unkonventionell.
Twang machte einen wesentlichen Teil der damaligen Kraft der Pixies aus, und sie verpassen dem Indie-Rock eine völlig neue Richtung, indem sie sich auf die Wurzeln beziehen. Pixies bezogen sich auf Surf Music.
Aber weg von den weißen Rockbands und dem, was wir gut kennen.
Queen Esther will ich hier als zeitgenössische Musikerin erwähnen, weil ihre Alben einem ebenfalls die Vielfalt der Wurzeln deutlich machen. Ich kann ihre Alben sehr empfehlen. Anders als im Fusion und musikalischen Zitaten, spielt sie einfach alle Stile auf sehr schöne, klassische Weise.
Amy Winehouse hat mit viel Twang gesungen und Raye, die viel von ihr gelernt hat. Ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut von ihrer Performance in der Royal Albert Hall.
Bei meiner Recherche bin ich auf diesen tollen Sampler gestoßen, den ich grandios finde:
Ein Spezialgebiet, das an die Veränderung und Verzerrung der Stimme im Blues anknüpft, ist Roger Troutman, der mittels einer Voicebox seine Stimme veränderte.
Heute wird die Stimme mittels Autotune verzerrt.
Das Köln Konzert von Keith Jarrett ist das meistverkaufte Solo-Jazzalbum. Es fand am 24. Januar 1975 in der Kölner Oper um 23:30 Uhr statt. Davor wurde eine Oper aufgeführt.
Organisiert wurde es von der damals 18-jährigen Vera Brandes. Das Konzert war ausverkauft, in den Saal passten 1.400 Menschen. Das Ticket kostete 4 DM.
Jarrett hatte zuvor in der Schweiz gespielt. Die Plattenfirma buchte ihm einen Flug nach Köln, aber Jarrett tauschte das Ticket gegen Bargeld um und fuhr mit seinem Renault 4 nach Köln. Er hatte Rückschmerzen von der Autofahrt und die Nächte davor kaum geschlafen. Vera hatte ein Essen in einem italienischen Restaurant für Jarrett und sein Team reserviert. Eine Verzögerung führte dazu, dass das Essen erst serviert wurde, als sie bereits wieder los mussten.
Er wollte für das Konzert auf einem Bösendorfer Imperial spielen, fand aber stattdessen ein kleineres, verstimmtes Bösendorfer vor. Die oberen und unteren Oktaven waren defekt, einige Tasten funktionierten nicht, und die Pedale klemmten.
Jarrett weigerte sich zunächst, darauf zu spielen. Nachdem Jarrett ein paar Töne gespielt hatte, erklärte sein Team: Ohne ein neues Klavier könne es kein Konzert geben. Vera versuchte, ein besseres Instrument zu finden, doch der Klavierstimmer überzeugte sie schließlich, das vorhandene Klavier zu verwenden, da der Transport eines anderen zu riskant sei. Vera überredete Jarrett, auf dem verstimmten Klavier zu spielen, da eine Rückerstattung der Tickets unmöglich war.
Jarrett entschied, das Konzert zu spielen – vor allem, weil die Toningenieure bereit waren, das Konzert aufzunehmen.
Vor Beginn des Konzerts spielte die Pausenglocke ihre sechs Töne. Die Melodie, mit der Keith Jarrett sein Konzert begann. Man hört die Leute nach den ersten sechs gespielten Tönen leise im Hintergrund lachen.
Ein improvisiertes Jazz-Konzert, gespielt auf einem kaputten Flügel, spät in der Nacht, in einem klassischen Opernhaus. Ein Meisterwerk, das unter chaotischen Zuständen entstanden ist.