Spargelcremesuppe

Das ist meine erste Spargelcremesuppe. Sie schmeckt gar nicht mal so schlecht. Es ist ein Haufen Arbeit, den dünnen Spargel zu schälen, alles auszukochen und abzuseien. Ich habe viele Schüsseln und Töpf gebraucht, bis ich das Verhältnis von Mehlschwitze und Flüssigkeit so hatte, dass eine cremige Suppe entsteht. Mir fehlte die Erfahrung.

Die Suppe enthält viel Butter und Sahne und so ganz zufrieden bin ich noch nicht. Sie schmeckt zwar ganz lecker, aber ihr fehlt die Raffinesse. Statt Raffinesse könnte ich auch Schinken schreiben.

Das Parfüm

Nach Der Wal und das Ende der Welt musste ich mal wieder ein gutes Buch lesen. Das Parfüm habe ich nach fast dreißig Jahren wieder gelesen.

Der Roman ist Schullektüre geworden, was ich ein bisschen merkwürdig finde, wegen des doch recht intimen, sexuellen Themas. Nicht, dass man es aus der Schule raushalten könnte, aber man braucht doch schon ein bisschen sinnliche und sexuelle Erfahrungen, um dieses Buch überhaupt ernsthaft lesen zu können. Andererseits habe ich in dem Alter nur Bücher gelesen, die meinen Horizont bei weitem überstiegen und Dinge beschrieben, mit denen ich noch keine Erfahrungen gemacht hatte. Schullektüre muss man vielleicht zweimal lesen, vor der Erfahrung und zwanzig Jahre später. Mit siebzehn hatte ich eine vollkommen andere Einstellung zu Dingen als mit fünfundzwanzig oder heute. Manches kommt erst nach und nach und mit der Zeit, Vorstellungen und auch die Wahrnehmung ändern sich.

Das Parfüm ist ein brillianter Roman und immer noch mein Lieblingsbuch. Damals hat es mir die Augen und die Nase geöffnet und mein Denken erweitert. Heute kann ich mich am Schreibstil erfreuen.

Ich habe mir gleich anschließend Literatur besorgt, die ich damals für meine Arbeit verwendet habe. Jetzt kann ich das alles gut noch einmal lesen.

Osterwoche

Ich bin wieder meine Runde gelaufen, das ging besser als ich dachte. Gestern Abend hatte ich Tanzunterricht über Zoom, was gut funktionierte. Es war schön, alle aus der Gruppe wieder zu sehen. Sie fehlen mir.

Mir wurde das Buch Der Wal und das Ende der Welt empfohlen. Ich habe es gelesen und finde es furchtbar. Jetzt traue ich mich nicht, in die Gruppe zu schreiben, dass ich es gelesen habe, weil ich dann auch sagen müsste, wie es mir gefallen hat. Ich kann nicht lügen und fand es unerträglich. Wenn ich das jetzt ausführen würde, gäbe ich dem Buch zu viel Raum, und das möchte ich nicht. Ich werde es einfach ganz schnell vergessen und das nächste lesen.

Waldgeräusche

Gestern waren wir spazieren und die Vögel haben haben laut gezwitschert. Kein Auto war zu hören und man konnte mindestens zwei Spechte heraushören.

Heute Morgen bin ich wieder an die selbe Stelle gefahren, aber der entfernte Autolärm war so laut wie immer und nur ein paar Vögel waren zu hören. Ich hatte erst vor um fünf Uhr morgens an die Stelle zu fahren, zum Glück habe ich das nicht gemacht und den Wecker wieder abgeschaltet.

Waldgeräusche

Wenigstens funktioniert mein Aufnahmegerät Zoom H2 wieder, ich dachte, es sei kaputt, im Batteriebetrieb ließ es sich nicht anschalten.

Wenig aktiv

Diese Woche war ich wenig aktiv. Ich war zu müde oder erschöpft und das ist ein Teufelskreis, denn je weniger ich trainiere, desto müder werde ich. Videos und Apps habe ich genug, jetzt fehlen mir Zeit und Energie.

Ich spaziere viel in der Gegend, die ziemlich eintönig auf mich wirkt. Die Bäume stehen in voller Blüte und es ist warm und sonnig.

Die Stadt, in der ich wohne, ist nur eine kleine Gemeinde mit Durchfahrtsstraße, der Stadtkern ist zur Hälfte ein Parkplatz. Man kennt die Besitzer und Angestellten aus den Läden und grüßt sich freundlich. Man freut sich sogar, wenn man sich begegnet.

Ich habe zwei Apps installiert, eine für Yoga und eine für Ballett-Training. Ein Training, das auf Ballett ausgerichtet ist, trainiert die Muskeln in den Beinen, vor allem in den Oberschenkeln und im Hüftbereich, und die Beweglichkeit in den Hüften.

Ich übe wenig und kurz, weil ich meinen Arm schonen muss und müde bin.

Theater und Choreografen bieten Streams ihrer Stücke an. Sharon Eyals Stücke kann man über Vimeo mieten, Ich habe eines ihrer Stücke vorletztes Jahr gesehen und war sehr beeindruckt.

Den Fantasy-Roman habe ich nach der Hälfte weggelegt. Stattdessen habe ich mir Das Parfüm genommen, dass ich vor fünfundzwanzig Jahren zuletzt gelesen habe. Natürlich hat es mich damals mehr beeindruckt als jetzt, aber dieses Mal ist mir aufgefallen, wie gut das Buch geschrieben ist. Es ist eines meiner Lieblingsbücher. Ich habe mir im Antiquariat noch zwei Bücher besorgt, die ich damals für meine Arbeit gelesen habe. Natürlich habe ich sie nur überflogen, auf der Suche nach Information. Dieses Mal habe ich vor, sie zu lesen. Mir ist aufgefallen, dass solche Bücher nicht mehr aufgelegt werden und deshalb irgendwann vergriffen sind.

Kurz in der Stadt

Gestern war ich nach vierzehn Tagen mal wieder in der Stadt. Ich fuhr mit dem Rad bis zur Einkaufsstraße und von dort lief ich hoch bis auf den Berg. Es waren nicht so viele Menschen wie sonst unterwegs, aber es war jetzt auch nicht wie ausgestorben, eher erinnerte es mich an Ferienzeiten, wenn die Studenten alle zuhause oder im Urlaub sind.

Ein Bäcker hatte offen, sonst verkauften ein paar Läden Getränke nach draußen.

Die Polizei fuhr durch die Einkaufszone und kontrollierte, ob Menschen in Gruppen mit mehr als zwei Personen zusammen liefen. Auf genügend Abstand achteten die meisten, vereinzelt sah ich Menschen mit Mundschutz. Mein Mundschutz ist bestellt, aber noch nicht angekommen, sonst hätte ich ihn auch getragen, und sei es nur als Geste oder um mich besser zu fühlen.

Letzte Woche war ich beim Orthopäden. Ich hatte bereits vor zwei Wochen einen Termin, aber als es hieß, wir sollen alle zuhause bleiben, blieb ich zuhause. Es fiel mir schwer, die Situation einzuschätzen und eine Entscheidung zu treffen. Ich hatte seit drei Monaten Schmerzen in der linken Schulter, die mittlerweile so stark waren, dass ich den Arm praktisch nicht mehr bewegen konnte und in der Nacht davon aufwachte. An dem Tag entschied ich, dass alle anderen Menschen wichtiger waren und meine Schmerzen weniger wichtig sind. Für den Moment war das eine grundsätzlich richtige Entscheidung, aber es war offensichtlich niemandem geholfen, wenn ich meine Schulter nicht behandeln lasse und das Risiko einer Ansteckung kann durch entsprechende Maßnahmen kontrolliert werden, denn im Laufe der Tage wusste man mehr über das Verhalten des Virus und über die Art der Ansteckung. Ich konnte es riskieren, in die Stadt zum Arzt zu fahren. Die Praxis lief weiter wie immer, dieses Mal musste ich nur zehn Minuten warten, bis ich dran kam, sonst warte ich etwa eine Stunde. Ich wurde geröntgt, mittels Ultraschall untersucht und bekam eine Cortisonspritze, weil sich das Gelenk bereits entzündet hatte.

Ich will an manchen Stellen die Muskeln stärken, das beste Mittel, um Gelenke nachhaltig zu schonen. Aber erst einmal brauchte ich komplette Schonung. Ich habe den Arm so viel massiert, gewalkt und gewalzt und den Arm bewegt, dass er davon nicht besser werden konnte.