Monat: Juni 2022

Alltag

Katerchen

Nachdem wir letztes Jahr unseren Kater einschläfern lassen mussten, hinterließ er bei den Kindern eine große Lücke. „Ich will keine neue Katze“ war meine Standardantwort, mit der ich jede Diskussion im Keim erstickte. Das Kind scrollte sich stundenlang durch die Kleinanzeigen und bei jedem zweiten Foto rief sie:
„Oh, guck mal, wie süß!“
Ich kenne Katzen und Katzenbilder, das Internet ist voll davon, deshalb ging ich nicht hin, um mir die Katzen anzusehen. Bis ich es dann doch mal tat und
„Oh, Gott, ist die süß!“
rief. Ich nahm ihr Handy, scrollte die Kleinanzeigen durch und rief bei jedem dritten Foto:
„Oh, guck mal, wie süß!“

Die Familie suchte eine Katzenzüchterin, die gerade einen Wurf hatte (Britisch Kurzhaar-Mischlinge), und wir besuchten sie, um uns die Katzen anzusehen. Zwei waren noch zu haben. Die frisch geworfenen Katzen, die wie kleine quirlige Kletten an unseren T-Shirts hingen, waren zwei Brüder, und es war natürlich unmöglich, sie auseinander zu reißen. Es war unverhandelbar, dass wir beide nehmen. Ich bin nicht inkonsequent, ich bin nur ziemlich entschieden in meinen sehr unterschiedlichen Absichten.

Im Sommer letzten Jahres holten wir sie zu uns und richteten ihnen das Erdgeschoss als Gehege ein. Sie waren nur schwer davon abzuhalten nach draußen zu rennen. „Curiosity killed the cat“ dachte ich ständig bei den beiden. Im Frühjahr ließen wir sie kastrieren und endlich nach draußen. Abends holten wir sie rein, indem wir sie mit ihrem Abendessen lockten. Bei dem einen funktionierte das nicht immer. Er blieb auch als erster über Nacht alleine draußen. Er war ein neugieriger Streuner, der nicht zu halten war.

Er war auch derjenige, der als erster Mäuse und Vögel in die Wohnung brachte, während sich sein Bruder mit Insekten begnügte. Eine Schwalbe musste ich mit einem Schlag mit dem Kehrblech von ihrem Leid befreien. Die Schwalbe wollte ich dem Kind zuliebe begraben und deponierte sie unter der Hecke für später. Als ich nach Hause kam und die Schwalbe ins Loch legen wollte, war der Vogel weg. Die Katze hatte den ganzen Tag über mit dem toten Vogel gespielt, im Haus und draußen. Ein anderes Mal trug ich den Kater mit Maus im Maul nach draußen. Ich ersparte mir psychologische Lobeshymnen oder pädagogische Unterweisungen.

Letzte Woche kam er wieder zwei Nächte nicht nach Hause. Drei. Vier. „Wenn Katzen nach drei Tagen nicht nach Hause kommen, sind sie tot“ lautete eine Faustregel, die ich noch von früher kannte. Natürlich kann er ein neues Zuhause gefunden haben oder irgendwo eingesperrt sein. Möglich, aber ziemlich unwahrscheinlich. Das war keine Katze, die sich einfach irgendwo gemütlich einnistet, der hat einen Bruder, mit dem er zusammen lebt, und immer auf Achse ist.

Wir bekamen den Tipp, auf Facebook auf der Gemeindeseite einen Post zu veröffentlichen, wollten schon Zettel aufhängen und draußen suchen. Ehrlich gesagt, hielt ich das für hoffnungslos. Ich rief die öffentliche Seite der Gemeinde auf und sah sofort den Post mit dem Hinweis, dass eine überfahrene Katze gefunden wurde. Eine Foto bestätigte, dass es unser Kater war, er wurde an der Hauptstraße überfahren, eine Stelle am Bauch wurde auf dem Foto schwarz übermalt. Ich hatte vergessen, die gechipten Katzen zu registrieren, was ich gleich nachgeholt habe. Die Katze wurde auf einen Bauhof gebracht und nach einigen Telefonaten fuhr ich heute morgen mit dem Rad hin, um sie zu holen. Unser Auto ist immer noch kaputt. Die Mitarbeiter im Rathaus und auf dem Bauhof waren sehr nett und voller Verständnis und Mitgefühl. Die Katzen werden in einer Tiefkühltruhe aufbewahrt. Ich hätte nie gedacht, dass man sich so viel Mühe macht für überfahrene Katzen. Als ich mit der hartgefrorenen Katze im Fahrradkorb das Rad nach Hause schob, kam ich mir vor wie in einem John Irving-Roman.

Sein Bruder auf seinem Grab

Meine Trauer und mein Wille zu trauern war verhältnismäßig gering, weil das Beerdigen doch ein sehr profaner und auch nicht gerade angenehmer Vorgang ist. Ich habe den Kater heute Morgen vor der Arbeit ins Grab gelegt, konnte ihn aber nicht auspacken. Bereits am Freitag rechnete ich damit, dass man ihn auf dem Bauhof längst entsorgt hatte und insgeheim wäre es mir sogar ein bisschen lieb gewesen. Ich bin auch nur ein sensibler Stadtmensch und auch wenn ich David Cronenberg-Filme mag, heißt das nicht, dass ich erpicht auf die Aktion wäre. Klar ist mir so eine Verabschiedung und Bestattung auch lieb, aber es ist auch eine ziemlich unschöne Angelegenheit.

Ein Grund, weshalb ich ihn noch mal sehen und freilegen will, ist der, dass ihn sein Bruder noch mal tot riechen und sehen kann. Denn auch Katzen, so denke ich, können unterscheiden, ob eine Katze, zu der sie eine Bindung haben, vermisst ist oder tot.

Heute Nachmittag haben wir ihn dann gemeinsam ins Grab gelegt, so schlimm sah er gar nicht aus.

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Alltag

Die Sonntage vor dreißig Jahren

Am Samstag war ich zu einem fünfzigsten Geburtstag eingeladen. Es war eine Nachfeier mit zwei Jahren Verzögerung, ich nehme an wegen Corona. Die Freundin feierte in einem Häuschen ihrer Eltern am See. Als wir noch zusammen studierten, hatten wir dort Sommerfeste, Nikolausfeste und später eine Hochzeit gefeiert. Es war ein kleiner, aber fester Freundeskreis. Wir waren zusammen auf Exkursionen, haben Ausflüge gemacht, gingen in Ausstellungen und verbrachten Freizeit und Studium miteinander. Andere Freundinnen und Freunde kamen hinzu und gingen wieder. Der Kreis war lose, aber im Kern beständig.

Wir wohnten alle in Fahrradnähe und trafen uns regelmäßig, um die Sonntage miteinander zu verbringen. Die Frühstücke wurden zu Gelagen, die oft in Spieleabende übergingen. Eine Zeit lang gingen wir tanzen. Es gab einen Club, der Sonntags von 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr geöffnet hatte – eine optimale Zeit.

Als wir alle unserer Wege gingen, verheiratet, in Partnerschaft, mit Kindern, später teilweise in Trennung, löste sich die Gruppe etwas auf. Manche Freundschaften hielten sich, ich löste mich jedoch – mehr oder weniger – absichtlich. Wir waren fast zu gut befreundet und ich wollte andere Kontakte knüpfen. Die Freundschaft zum Freund von mir behielt ich bei, die zu den Freundinnen löste ich.

Ich erhielt die Einladung kurzfristig und wahrscheinlich nachträglich. Niemand hat mit meinem Kommen gerechnet und wenn unser Sänger nicht Corona bekommen hätte, wäre der Abend schon fest für ein Online-Konzert verplant gewesen. Ausgerechnet an dem Tag sprang auch unser Auto, trotz Starthilfe, nicht an. Ich setzte mich auf das Rad, fuhr ein Irrer zum Bahnhof, stieg dort in den Bus und lief noch mal eine halbe Stunde zum See. Nachdem ich erfahren hatte, dass alle alten Freunde kamen, musst ich dort hin.

Es war ein herzliches und freudiges Wiedersehen, weil wir so gerne an die Zeit zurückdachten. Ich habe mich lange mit einer Freundin unterhalten und im Großen und Ganzen ging es nur darum, den Hunger nach der Art Freundschaft zu stillen, die wir mal hatten. Wir wissen ja, was es ist, und können jetzt genauer danach leben und wieder danach Ausschau halten. Dinge, die wir schätzen, Gemeinsamkeiten, die man gerne teilen möchte und zusammen mehr Spaß machen. Ich habe danach überlegt, was für eine Art Beziehung oder Freundschaft oder Gemeinsamkeit das ist. Ich glaube es hat etwas Geschwisterliches, die humorvollen Kämpfe, das ständige Grenzen austesten, ähnliche Lebensverhältnisse und die herzliche, unhinterfragte Verbindung, viel Humor, viel Nähe und immer die nötige Distanz, niemand, der sich behaupten muss oder größer machen als er ist, jeder darf einfach sein, einfach der, der er ist. Man muss solche Geschwister nicht gehabt haben, aber wer das hatte, der überträgt das auf die Freundschaften.

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Serien

Euphoria

Ich musste die Serie aus pädagogischen Gründen gesehen haben. Und ich war natürlich auch neugierig.

Ich wusste überhaupt nicht, worum es ging, war anfangs etwas überrascht, wie sich das für jemanden in meinem Alter gehört, merkte aber schnell, dass die Serie sehr ausgewogen und realistisch die Dinge darstellt. Worum geht’s? Es geht um Jugendliche, ihre Gefühle und Probleme, ihre Beziehungen, ihren Sex, ihre Drogen. Wenn ich hier sage, das alles gezeigt wird, dann wird auch alles Zarte, Stille und Unsichere gezeigt. Hier geht es nicht um effektheischende Tabubrüche, überhaupt nicht.

Ich war wirklich positiv überrascht. Am Ende war ich sehr begeistert. Eigentlich will ich niemanden besonders hervorheben, aber Hunter Schafer fand ich schon als Figur ziemlich beeindruckend.

Die zweite Staffel hebe ich mir für später auf.

Die zweite Staffel von Euphoria wurde übrigens zur Hälfte auf Kodak Ektachrome 35mm gedreht, der für die Staffel wieder produziert wurde, da die Produktion 2012 eingestellt wurde. Der Film ist jetzt wieder erhältlich. Taylor Swifts Musikvideo All Too Well wurde auch auf Ektachrome und Vision 3 gedreht.

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Bücher

Das Gehirn hat kein Geschlecht

„Die zentrale These dieses Buches lautet, dass es das weibliche und das männliche Gehirn nicht gibt, sondern jeder Mensch ein einzigartiges Mosaik aus ‚männlichen‘ und ‚weiblichen‘ Eigenschaften besitzt.“

Das Gehirn hat kein Geschlecht, Daphna Joel und Luba Vikhanski

Mit dem ersten Satz in den Anmerkungen zum Buch ist eigentlich schon alles gesagt. Man kann männliche und weibliche Unterschiede im Verhalten bei Menschen messen, aber in einer Person sind die Kategorien individuell gemischt. Man kann also zum Beispiel anhand eines Textes wahrscheinlich sagen, ob ihn ein Mann oder eine Frau geschrieben hat, indem man Wörter analysiert, aber nicht, ob diese Person einen Science-Fiction-Roman oder einen Liebesroman geschrieben hat.

Soweit die Tatsachen. Will man Voraussagen über das Verhalten von Menschen machen, kann man das über das Geschlecht tun, wird aber meistens komplett daneben liegen. Das ist zwar immer noch besser als beim Lotto (1), aber praktisch genau so unpraktisch bzw. unrealistisch.

Die daraus folgende Schluss ist natürlich, dass man in der Sicht auf Menschen und beim Umgang mit Menschen das Geschlecht schlicht außer Acht lassen soll. Von sozialen Rollen will ich mal gar nicht reden. Das macht das Buch sehr schön ab der zweiten Hälfte.

Ich habe das Buch extra noch mal als Hardcover gekauft, um es mir ins Regal zu stellen. Das Buch ist wirklich toll, weil es in sehr kurzer, präziser Form zeigt, wie sich „männlich“ und „weiblich“ im Gehirn und damit im Verhalten zeigt, nämlich individuell und in Mischform ausgeprägt. „Der Mann“ und „die Frau“ gehören ausschließlich in die Welt der Ideen und Vorstellungen. Ich will das auch gar nicht runterspielen, denn die Welt der Fantasien und Vorstellungen ist eine, in der ich mich gerne bewege, aber ich bin ja zugleich ein realistischer Mensch, der diese immer wieder auf den Prüfstand stellt.

(1) Ich habe es nachgemessen und die Statistik ausgewertet. Wenn man die Lottozahlen in zwei Gruppen teilt (was nicht ganz genau geht, da die Zahl ungerade ist) und sich die Häufigkeit der gezogenen Zahlen nimmt, sieht man, dass beide Gruppen insgesamt gleich viele Ziehungen hat.

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Serien

Game of Thrones

Ein halbes Jahr habe ich für alle acht Staffeln gebraucht.

Ich hatte damals die erste Staffel gesehen, war zu geizig für die folgenden Staffeln, weil ich auch nicht wusste, ob sich das wirklich lohnt, bin auf das Buch und Hörbuch umgesprungen und fand die Vorlage viel besser, kam aber hier nicht über den zweiten Band hinaus, trotz mehrfacher Anläufe. Das ist mein Problem mit Fantasy, sie ist mir in Buchform einfach zu lang. Dafür gibt es zu viel, was ich sonst noch lesen will. Es lag nicht daran, dass ich nicht begeistert war, ich war von Anfang an sehr begeistert.

Für das Lesen aller Bücher hätte ich noch viel länger gebraucht als für die Verfilmung. Das ist bei meiner Art der Freizeitgestaltung nicht so einfach zu vereinbaren. Lesen kann ich nicht nebenher und brauche Ruhe, beim Hörbuch muss ich mich auch konzentrieren, weil ich sonst abschweife. Neben der Serie kann ich noch Yoga oder andere Übungen machen. Ich griff also bei der Gelegenheit, mir die DVDs auszuleihen zu, obwohl ich die Bücher lieber lesen wollte.

Womit ich am meisten gehadert habe, ist der Unterschied der Figuren im Aussehen. Arya zum Beispiel hat nach der Beschreibung im Buch verfilzte Haare, ein langes Gesicht, ist dünn und athletisch. Ganz anders also als Maisie Williams.

Bei meinem schlechten Gedächtnis für Namen und Verhältnisse entging mir dann auch das eine oder andere. Irgendwann wusste ich manchmal nicht mehr so genau, wer wofür genau Rache wollte und wer wen wann umgebracht hat. Aber die Kernfiguren waren dafür dafür um so großartiger und die Beziehungen und die Charaktere waren gut und durchdacht. Es gibt da den Begriff der psychologischen Tiefe, Games of Thrones zeigt sehr gut unterschiedliche Motive und Handlungen, die einen Charakter formen ohne unnötiges Beiwerk. Show, don’t tell.

Ich habe nie die große Klammer erwartet, es war mir im Laufe der Geschichte klar, das ein gewisses Chaos der Ereignisse dem entspricht, was man auch aus Geschichtserzählungen kennt. Man vereinfacht ja nur, weil es sonst so schwer zu verstehen ist. Machtinteressen beherrschen die gesamte Erzählung. Treue, Pflicht, Zuneigung, grundsätzliche Menschenfreundlichkeit, und Liebe halten die Menschen zusammen. Das alles ist in ständige Widersprüche gepackt, innerhalb einer Figur und zwischen den Figuren.

Anfangs war ich mir nicht so ganz sicher, ob ich mich auf die Serie einlassen will. Mir waren irgendwann viele dieser Figuren aber so sympathisch, dass ich vielleicht sogar etwas davon mitgenommen und angenommen habe. Lief ich nicht manchmal ein bisschen wie Sir Jorah Mormont durch die Welt? Die Serie ist ein schönes Beispiel dafür, dass ich mich nicht entscheiden kann, die Welt als „so ist sie“ zu sehen, oder ob ich nicht lieber die konstruktivistische Sicht einnehme „so sehe ich sie“.

Das klingt dramatischer als es ist, Loriot und Die Simpsons haben bei mir das gleiche bewirkt. Wer es schafft, komplexe Formen schlüssig und nachvollziehbar zu vermitteln, dem glaubt man, in dem Sinne, dass sich Erfahrungen und Erzählung decken.

Die komplette Stickerei auf dem Bild gibt es hier zu sehen. Hier gibt es einen kleinen Film dazu.

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Bücher

Die Entdeckung des Himmels

Das dritte Buch auf meiner Leseliste war Die Entdeckung des Himmels von Harry Mulisch. Was für ein Roman. Ein achthundert-Seiten-Schinken, der alles hat, was mich an Romanen begeistert: Witz, Intelligenz, großartig konstruiert, fulminant von der ersten bis zur letzten Seite.

Das Buch wurde auch verfilmt und auf die Theaterbühne gebracht.

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Musik

Music Contest

Gestern hatten wir unseren privaten Song-Contest mit elf Teilnehmern.

Ich habe Mitski für Japan antreten lassen. Spoon und Mitski sind punktgleich auf dem obersten Platz gelandet.

Beide verdient, natürlich. Beide Alben sind toll. Dieses war das Endergebnis:

  1. Mitski – Love Me More (Japan)
  2. Spoon – Wild (U.S.A./Texas)
  3. Regina Spektor – Becoming All Alone (U.S.A./NY)
  4. Gretel Hänlyn – Motorbike (U.K.)
  5. Andrew Bird – Underlands (U.S.A./Chicago)
  6. Один в каное – Кому то тре (Ukraine)
  7. Zoster – Čovjek želi da je ptica (Bosnien)
  8. Landmvrks (Ich habe vergessen, welches) (Frankreich)
  9. Swallow The Sun – The Void (Finnland)
  10. Alvaro Soler – Solo Para Ti (Spanien)
  11. Michael Patrick Kelly – Throwback (Deutschland)

Es hat Spaß gemacht.

Fun fact: Deutschland auch bei uns auf dem letzten Platz.

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Gesundheit

Rücken und Rheuma

Ich würde das Thema ja gerne negieren und mich weniger damit beschäftigen, aber das wäre unsinnig, weil ich es dann bloß ausblende, ignoriere und es dadurch noch schlimmer wird.

Vor einer Woche hatte ich Rückenschmerzen, von denen ich nicht wusste, woher sie kamen, es gibt allerdings Stellen in meinem Rücken, die ganz besonders betroffen sind und sich als Rheuma bemerkbar machen. Es gibt also keine einzelne Ursache, sondern ist vielmehr mit einer Kettenreaktion in einem Netzwerk vergleichbar.

Ich war in Panik, weil Proben und ein Auftritt anstehen, die mich körperlich sehr fordern. Ich will da auch kein speziell medizinisches Problem draus machen, ich kenne die medizinischen Hintergründe zur Genüge. Ich muss es vielmehr selbst in die Hand nehmen und für mich Möglichkeiten und Wege und Präventionen finden, generell einen Lebensstil und Gewohnheiten, die eine Weichheit und Gelenkigkeit ermöglichen.

Ich bin sicher, dass Alkohol meinem Körper am meisten schadet, bereits in kleinsten Mengen. Ich darf eigentlich überhaupt keinen mehr trinken.

Gegen den Schmerz nehme ich ruhig mal ab und zu Aspirin oder Ibuprofen. Die Nebenwirkungen sind verhältnismäßig gering.

Der Rücken muss mechanisch bearbeitet werden. Das ist der schwierigste Teil. Die Eigenbewegung des Körpers ist die erste und einfachste Art der Massage. Es ist nachgewiesen, dass das Tanzen eine der besten Formen ist, um die Feinmotorik im gesamten Körper in Bewegung zu halten. Das bedeutet aber frei und entspannt ohne großen Anspruch zu tanzen. Das ist leichter gesagt als getan.

Thai-Massage

Der Rücken braucht aber zusätzlich Massage. Ich hatte letzte Woche meine erste Thai-Massage und es war fantastisch. Das war bestimmt nicht meine letzte.

Yoga und Massagepistole

Die Faszienrolle habe ich weggelegt, sie wirkt zu flach, nicht punktuell genug. Ich habe mir eine Massagepistole gekauft, die ich schon seit einem halben Jahr regelmäßig benutze, sie ist eine der besten Anschaffungen. Mit ihr kann ich Muskeln und Bindegewebe weichklopfen. Es ist wichtig, dass man bei der Massage nicht verkrampft, sonst hat man den gegenteiligen Effekt. Aus dem Grund mache ich schon länger Yin Yoga, um die entspannte Dehnung zu üben. So richtig gut hat allerdings die Thai-Massage gewirkt. Man braucht einfach verdammt viel Druck in der Entspannung, um die Stellen wirklich weich zu kriegen. Das bekommt man selbst kaum hin.

Bälle

Als weitere Möglichkeit setze ich Jonglierbälle ein. Ich habe bisher immer nur einen benutzt, um die besonders schlimmen Punkte zu bearbeiten, mittlerweile lege ich mich auf mehrere gleichzeitig, was einen viel besseren Effekt hat. Ich brauche allerdings mal wieder neue, härtere Bälle.

Der Rücken ist wieder besser und die Beweglichkeit insgesamt durch Massage und Yin Yoga deutlich erhöht.

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Bücher

Bücher, die dich bereichert haben

Nachdem es einen kurzzeitigen Run auf Mastodon gab und Nutzer wieder aktiv wurden, habe ich in die Runde gefragt, welches Buch sie in letzter Zeit bereichert hat. Ich suchte gerade nach einem lesbaren Buch und würde dann anschließend in die Bücherei fahren und es mir ausleihen.

Es trudelten schnell eine ganze Reihe Antworten ein und ich entschied, alle Bücher zu lesen, egal was, hintereinander. Nur eines viel raus, weil es sich um einen Gesundheitsratgeber handelte.

Ich fing mit der Schachnovelle an, weil sie kurz war. Ich mag Novellen sehr und fand sie toll. Schach ist ein persönliches Thema meiner sehr frühen Jugend. Ich habe noch Schwarz und weiß wie Tage und Nächte als DVD ungesehen im Regal, ich habe es 1978 im Fernsehen gesehen.

Danach kam Schonzeit vorbei von Juna Grossmann. Lesenswert, sehr!

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