Monat: September 2021

Musik

Musik aus Australien und Neuseeland

Letzten Samstag hatten wir ein kleines Zoom-Konzert für Freunde, Bekannte und Interessierte.

Es lief ganz gut und es hat mir unglaublichen Spaß gemacht, es war das erste Mal nach dreißig Jahren, dass wir wieder gemeinsam live Musik gemacht haben.

Für mich eine absolute Bereicherung, weil ich noch mal ganz anders reinkomme in die Art von Musik und ins Musizieren, vor allem Singen und Bass. Die nächste Anschaffung ist ein Akustik-Bass und ich werde anfangen, ein bisschen E-Piano spielen.

Außerdem wurde mir das hier empfohlen: What Makes This Song Great? – YouTube.

Das Konzert kam so gut an, dass wir das nächste schon geplant haben. Nächstes Jahr mit Musik aus Manchester. Ich freue mich jetzt schon.

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Lernen

Gemeinsam üben

Ich lerne ja seit einiger Zeit Texte für meine Cover-Songs auswendig und war damit recht ungeduldig.

Gestern hatten wir die erste Probe vor unserem kleinen Konzert nächste Woche und neben Bassläufen muss ich Backgroundgesang üben und Gitarre spielen.

Ich übe ja schon länger für mich alleine, aber ich merke, dass in der Gruppe das mechanische Wiederholen kleiner Einheiten den besten Effekt hat. Eigentlich so wie im Ballett mit den Unterrichtsmethoden von vor hundert Jahren. Frau Vaganovas Methode wird bis heute fast unverändert gelehrt. Man schreibt sich den Inhalt ins Reptiliengehirn. Reine Motorik. Wenn man dann noch einigermaßen Sinnhaftes damit verbindet, um so besser, aber es ist für das Lernen egal.

Was gar keinen Einfluss auf mein Erinnern hat, ist der selbst geschriebene Text.

Es gibt diese drei Bereiche, die man voneinander trennt und einzeln betrachten kann: Motorik, Gefühl und Inhalt. Ich finde das sehr hilfreich, egal, ob ich tanze, Gitarre spiele oder singe.

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Musik

Low

Gehört habe ich von Low vor einiger Zeit, auch kurz reingehört, aber nicht mit dem richtigen Ohr.

Vor einer Woche haben sie ihr dreizehntes Album Hey What veröffentlicht.

BJ Burton hat auch das neue Album produziert. Hey What ist für mich es eines der herausragenden Alben der letzten dreißig Jahre. Und das sage ich eine Woche nach der Veröffentlichung.

Musicradar: „Are there exceptions? For instance, bands you’re highly motivated to work with because of their back catalogue?“

BJ Burton: „Have you heard of the band Low? They’ve never written a bad song. They put out an acoustic album and I had this vision of pushing them to make the most beautiful, distorted, post-apocalyptic record – the sort of thing you’d find 2,000 years ago if you dug the earth up. We made that record and it’s one of the favourite albums I’ve ever made.“

https://www.musicradar.com/news/im-a-bit-of-a-psychopath-producer-bj-burton-on-working-with-bon-iver-kanye-west-and-more

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Alltag, Bücher

Sommerferien

Diesen Sommer war ich extrem ruhebürftig. Ich brauchte Erholung. Das ist natürlich mit Freizeitaktivitäten, Freundschaften und Familie nur bedingt möglich. Nicht zu vergessen: die Arbeit, mit der ich Geld verdiene. Bei mir war die Batterie komplett leer. Ich hielt mich mit Yoga und ein bisschen Krafttraining aufrecht.

Jetzt habe ich zudem eine junge Sängerin, die mit mir Musik machen will. Ich freue mich ja und will die Gelegenheit nutzen.

Seit gestern haben wir auch noch zwei neue Katzen.

Ende des Monats geben wir zu dritt ein kleines Privat-Konzert via Zoom. Dafür muss ich Songs und Texte lernen.

Ich mache mehr und länger Yoga. Ich muss in Bewegung bleiben, darf mich aber weder verzetteln noch verausgaben.

Aber wir haben jetzt insgesamt drei Wochen Urlaub gemacht. Zwei davon in der Nähe von München an einem kleinen See. Wir waren in den Pinakotheken, die mich mal wieder unbeschreiblich gefesselt haben, die alte, nicht die der Moderne. Natürlich habe ich wieder den unwiderstehlichen Drang verspürt, zu malen.

Um aber tatsächlich mein Gehirn wieder zu reinigen, ohne dabei das Gefühl zu haben, dass alles nur an mir vorbeirauscht, habe ich einen Schnitt gemacht und das Lesen neu angefangen. Ich habe nämlich festgestellt, dass Text nur noch als Information durch mein Gehirn rauscht und nur mäßig Spuren hinterlässt. Also habe ich mein komplettes Bücherregal leer geräumt und werde nur noch gebundene Bücher lesen. Das mache ich eigentlich so gut wie nie. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass ich gebundene Bücher wirklich als Leseerlebnis in Erinnerung behalte. Das bedeutet, dass ich jetzt auch das, was ich bloß zur Unterhaltung lese, in gebundener Form lese. Ich habe immer noch eine alte Schere im Kopf zwischen hochwertiger, gebundener Literatur und Trivialliteratur in Heftform, dazwischen die Taschenbücher. Vielleicht habe ich mich auch deshalb schon früh auf ein Kindle gestürzt, weil der Text dadurch als reiner Text für mich lesbar wurde und ich den Staub und Anspruch nicht mehr hatte. Mir waren manche Bücher ja so peinlich, dass ich ihren Umschlag abriss, um sie zu lesen. Zimmer mit Aussicht zum Beispiel. Das ist Quatsch, totaler Unsinn, aber es hat mich wahnsinnig viel gekostet, an den Punkt zu kommen, dieses Buch in der Öffentlichkeit in gebundener Form mit Lesebändchen zu lesen (habe ich nicht, aber würde ich jetzt). Ja, ich denke, ich habe mich langsam aber sicher von den Beurteilungen von außen gelöst. Das Urteil anderer ist mir mittlerweile vollkommen egal. Das war ein verdammt harter, einsamer und langer Weg. Aber er war notwendig.

Im Urlaub habe ich dann drei Bücher gelesen.

Der Schneeleopard

Ein guter Einstieg, kurz, nachdenklich, humorvoll und klug geschrieben. Ein Autor, den ich jetzt sehr mag.

Sylvain Tesson begleitet einen Tierfotografen, der Schneeleoparden fotografieren will. Die Reise entwickelt sich zu einem meditativen und philosophischen Weg.

Die Mitternachtsbibliothek

Das war auch ein Glücksgriff. Ein kluges, unterhaltsames Buch über das Leben und die Erwartungen, die man daran stellt.

Eine Frau will sich das Leben nehmen, weil sie denkt, dass die die falschen Entscheidungen getroffen hat und jetzt in einer Sackgasse gelandet ist. Stattdessen landet sie in einer Zwischenwelt, die ihr die Möglichkeit gibt, alle Leben zu leben, die sie wollte.

Oktopusse

Ich hatte vor einiger Zeit Der Krake, das Meer und die tiefen Ursprünge von des Bewusstseins von Peter Godfrey-Smith gelesen. Ein sehr gutes, anspruchsvolles Buch über Kraken. Ich habe allerdings vieles wieder vergessen und das Buch zum Teil nur flüchtig gelesen.

In einem Antiquariat nahm ich mir Rendezvous mit einem Oktopus mit. Für den Urlaub musste ich es mir doch als Ebook kaufen. Ich habe dabei festgestellt, dass ich Ebooks einfach anders lese. Ich lese deutlich unaufmerksamer. Gegen Ende habe ich auch nicht mehr so aufmerksam gelesen.

Das Buch liest sich wie ein Tagebuch, und wenn man es in dieser Art liest, kann man viel Freude daran haben. Es ist kein Fach- oder Sachbuch, sondern eher ein Bericht.

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