Monat: Mai 2021

Alltag

Liebes Tagebuch

Ich habe das iPad von der Tochter übernommen, im Tausch gegen mein Mini, das ihr reicht, weil sie es doch nur zum Filme gucken braucht und kaum damit zeichnet. Wir zeichnen beide lieber mit echten Stiften.

Jetzt habe ich mir eine billige China-Kopie des Apple Pencil gekauft und, was soll ich sagen, ich bin recht begeistert. Weniger, weil ich damit gut zeichnen kann, sondern weil ich damit gut schreiben kann. Natürlich ist es ein Unterschied, so wie jeder Stift auf jedem Papier sich unterschiedlich anfühlt. Ich brauche aber kein Papiergefühl, meine Handbewegung muss nur ein einigermaßen lesbares Ergebnis bringen, und das Ergebnis ist lesbar und sieht aus wie meine Handschrift.

Ich fing ein Tagebuch an und weil es gleich sehr persönlich zur Sache ging, musste eines mit Passwortschutz her. Noteshelf bietet das an und hat auch sonst alles, was ich brauche und noch mehr. Ich wusste ja nicht, was diese Apps alles können, und da ich ja kein Student mehr bin und auch keine besonders erwähnenswerten Ideen habe, dachte ich auch, ich brauche so was nicht, aber seit ich ein Tagebuch schreibe, merke ich, dass es es dafür perfekt geeignet ist. Wer läuft schon mit einem abschließbaren Tagebuch rum?!

Ich bin ein begeisterter Tagebuchschreiber geworden, der hemmungslos in sein Tagebuch schreiben kann ohne Angst zu haben, dass das jemand lesen kann. Diese Kombination aus handschriftlich und geschützt habe ich anders nicht. Und man sieht dem iPad nicht an, wofür ich es verwende.

No Comments
Alltag

Ich habe da eine Frage

„Entschuldigen Sie, haben Sie Crunchips African Style?“

„Bitte lesen sie unsere FAQ, da steht alles drin.“

FAQ:

Was sind Chips und wie werden sie serviert?
Warum gibt es verschiedene Geschmacksrichtungen?
Kann ich auch Flips kaufen?
Wie viel Chips sollte man pro Tag höchstens essen?
Was passiert, wenn ich mich an einem Chip verschlucke?
Passen Chips auch zu Wein?
Wo kann ich Chips umtauschen?
Gibt es Chips im Abo?

Haben Ihnen Ihnen die FAQ weitergeholfen?
Ja
Nein

20 goto 10

No Comments
Film

Climax

Climax ist ein französischer Tanzfilm von Gaspar Noé, der weltweit 21 Tänzerinnen und Tänzer über Facebook und Instagram in Paris versammelt und zusammen mit nur einer professionellen Schauspielerin in 14 Tagen in einem alten Schulgebäude gedreht hat.

Damit gibt es für mich drei ernsthafte Tanz-Filme, die den Tanz als Performance zwischen Leben und Tod, Kontrolle und Ekstase behandeln und damit auch drei Tanzstile als Ausdruck ihrer Zeit repräsentieren:

  • The Red Shoes (Ballett, Bühnentanz)
  • All That Jazz (Jazz, Bühnentanz)
  • Climax (Krumping, Voguing und Popping, Street Dance, Performance, Battle)

Alle drei Filme sind Kunstwerke, die noch ein bisschen mehr im Sinn haben, als nur eine Geschichte zu erzählen, und dieses auch technisch erkennbar machen.

Gaspar Noé kennt die Klassiker und hat von ihnen gelernt.

No Comments
Musik

Postdata

Paul Murphy ist Sänger und Gitarrist der Indie-Rockband Wintersleep aus Kanada. Er hat ein Händchen für gute Popsongs und eine angenehme Stimme. Sein Nebenprojekt heißt Postdata. In diesem März erschien Twin Flames, 2018 kam Let’s Be Wilderness raus. Black Cloud, Gravity und Ithaca sind sehr schöne Songs.

Da es zu Gravity kein Video gab und ich es in der nächsten Runde unter Freunden vorstellen möchte, habe ich die Schlusssequenz aus Ex Machina unterlegt. Einer meiner Lieblingsfilme und die Sequenz passt erstaunlich gut zum Song. Die Musik offenbart seinen musikalischen Charakter, seinen Rhythmus.

Wenn man den Song etwa an der Stelle, wie auf dem Screenshot zu sehen, abspielt, kann man sich das Video sozusagen selbst machen.

Zu Black Cloud gibt es ein Video mit der Tänzerin Brittney Canda. Durch den Song bin ich überhaupt auf Postdata aufmerksam geworden.

No Comments
Film

The scariest monster

Jonathan Hiller analysiert, weshalb der mutierte Bär in Annihilation so gruselig ist. Der Bär ist natürlich auch durch den Schrei so unheimlich, nicht nur durch sein Aussehen.

Ich finde das Monster in The Thing (1982) allerdings ähnlich und auch ziemlich gruselig.

Im Monster zeigt sich die Verletzlichkeit und Verwundbarkeit des Lebens in einer für den Verstand nicht eindeutig erklärbaren oder erkennbaren Lebensform. Ein fröhlich vor sich hin pfeifender oder lächelnder Mörder wirkt monströs, ein im Affekt oder in Rage agierender Mensch weniger. Haneke hat anfangs meisterhaft gezeigt, wie monströs die reale Gewalt ist und dargestellt werden kann.

Das Monster stellt eine Bedrohung für unser Leben dar, es enthält Anteile von uns selbst, psychologische und organische Details. Monster konfrontieren uns mit uns selbst als Lebensform und können uns in Form von Mischwesen unliebsame Anteile aufzeigen, es konfrontiert uns nicht mit dem Sterben oder Tod an sich, eher mit der Tatsache, dass unser Leben verwundbar und gewissermaßen ein tägliches Sterben ist, ein organischer Prozess, eine permanente Veränderung und Mutation, die wir nicht wahrnehmen.

Auch The Fly (1986) konfrontiert uns damit sehr deutlich.

No Comments