Monat: Februar 2021

Lernen

Für mich bitte in Zeitlupe

Ich weiß nicht, wie ich das früher gemacht habe, ich weiß nicht, wie ich die Texte der Songs auswendig gelernt habe, die ich gecovert habe.

Was ich weiß, ist, dass ich Texte jetzt nur sehr schwer auswendig lernen kann. Schon klar, das ist das Alter, aber es ist ja nicht das Alter an sich, sondern wohl die mangelnde, vielfältige Vernetzung der neuen Information im Gehirn. Die neue Information ist für mich nicht wirklich wichtig, also gibt es keinen Grund sich daran zu erinnern. Das Gehirn hat sich im Vergessen und Filtern geübt.

Wir haben ein kleines, privates Zoom-Konzert und ich habe mich bereit erklärt, Taylor Swifts Cruel Summer zu covern. Toller Song, groovy, easy, floving Text. Nur wollen die Worte nicht in meinen Kopf, sie erreichen mich nur als beinahe sinnfreier Klang. Es liegt nicht am Text, es liegt an mir, es geht mir mit jedem Text so.

Jedenfalls muss ich diesen Song lernen. Ich schreibe ihn handschriftlich ins iPad und male Bildchen drumrum, ich kringel Wort ein und markiere sie farbig. Ich wiederhole Schlüsselwörter. Ich gehe Satz für Satz und Strophe für Strophe vor und es ist zäh, ich komme im Schneckentempo voran.

Jetzt werde ich das machen, was man im Tanz auch macht: in Zeitlupe und mit Wiederholungen Satz für Satz durchgehen. Der Tempowechsel hat jedenfals schon mal viel gebracht. Ich werde alt.

Übrigens klingt der Song 25 % langsamer auch sehr gut.

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Alltag, Gesundheit

Körper

Der Austausch jeglicher körperlicher Kommunikation und Information findet nur noch ausschließlich in keimfreien Privathaushalten statt.

Es ist dafür zu sorgen, dass der Körper als funktionstüchtige Einheit erhalten bleibt, weil das Gehirn noch von ihm abhängig ist.

Haushalte sind die einzige Sozialform.

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Bücher

Der Report der Magd

Ich habe Margaret Atwoods Der Report der Magd mit Begeisterung gelesen. Eine intelligente, sehr gut geschriebene Dystopie.

Ich hatte die Serie auf Netflix angefangen, aber dann doch lieber das Buch gelesen, damit ich nicht allzu sehr dem Charme des Visuellen erliege, es verleidet mir oft das Lesen, weil die Bilder unnachgiebig gespeichert sind.

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Bücher

Fehlkauf

O.K., es war eine Leseprobe und sie las sich gut und der Inhalt traf genau mein Interesse. Ich nenne den Titel nicht. Er hat mir von Anfang an nicht gefallen. Und der Verlag auch nicht. Den Verlag meide ich, ich habe festgestellt, dass der Verlag ausschließlich Fachbücher für Staubsaugervertreter verkauft. Ich bin kein Staubsaugervertreter.

Das erste Kapitel las sich gut, eine schmissige Zusammenfassung der Untersuchungen über die Wahrnehmung mit der Erkenntnis, dass unsere Wahrnehmung und unser Denken voneinander nicht zu trennen sind. Wie also Denken, Körper und Gefühle zusammenhängen. Das ist interessant für mich.

Im zweiten Kapitel folgen dann die üblichen Bias-Formen, über die ich schon in einem anderen Buch gelesen habe und für Staubsaugervertreter interessant sind und in Büchern auch für diese Personen aufbereitet werden. Zu Nachlesen reicht diese Liste.

Ich blätterte zum dritten Kapitel und las dort zu häufig das Wort „Käufer“.

Ich habe das Buch zurückgegeben, was bisher nur zweimal bei mir vorkam.

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Musik

Zusammen Musik hören

Wir treffen uns online, um uns gegenseitig Musik vorzuspielen. Musik, die wir gerade mögen. Wir reden über Musik und was wir uns so anhören. Einen gemeinsamen Schnittpunkt gibt es: meine alte Band. Über sie ist es organisiert und der alte Freundeskreis von damals findet sich zusammen.

Die alten Songs werden gespielt und verlorene Kontakte wiederhergestellt. Seit 30 Jahren haben wir uns zum Teil nicht mehr gesehen. Wenn es wieder möglich ist, gibt es ein großes Treffen.

Manchen geht es auch so, dass ein Algorithmus bestimmt, was man hört. Neues kommt kaum hinzu.

Jeden Monat wollen wir uns treffen, eines gab es schon. Ich stellte Hurray for the Riff Raff vor. Ich nahm von dem Abend Sam Fender mit.

Für Februar habe ich Danielle Durack gewählt.

Ich versuche weiterhin, den Zeiträumen Musik zuzuordnen, den alten Rhythmus aus Zeit, Phasen und Musik wiederzufinden. Diese Abende könnten mir dabei helfen, vor allem, weil wir Musik wieder mit anderen Menschen verbinden, nicht mit einer Software.

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