flovv.de http://flovv.de Digital Heimat of Martin Heike de <![CDATA[Mit der Aktentasche zu den Außerirdischen]]> 2012/05/aktentasche Gestern Abend habe ich mir die letzte halbe Stunde von Close Encounters Of The Third Kind noch mal angesehen. Ich hatte vor, ihn im Seminar einzusetzen.

Die Frage: Wie kommuniziert man mit Außerirdischen? beantwortet der Film mit Musik und Gebärdensprache. Eine nette Idee.

Was mich am Film am meisten irritiert hat, ist der Mann mit dem Aktenkoffer. Auf der Landeplattform für die Außerirdischen versammeln sich die Fachleute, um sie zu begrüßen. Einer davon läuft mit einem Aktenkoffer rum, als käme er gerade zufällig auf dem Weg vom Büro vorbei. Was hat er in dem Aktenkoffer drin? Asylanträge für die Außerirdischen? Friedensverträge? NASA-Aufkleber? Ist er einer der möglichen Auserwählten und nimmt sich was zum Arbeiten für die lange Fahrt zum fernen Planeten mit?

(Link zum Screenshot)

Sehr merkwürdig und lustig.

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Wed, 02 May 2012 08:00:00 +0200 Martin Heike 2012/05/aktentasche at http://flovv.de
<![CDATA[Formular]]> 2012/04/formular Da ich gerade am träumen bin und gestern wieder fluchend das Kommentarformular gestaltet habe und ich mir dabei immer vorkomme, als müsste ich mit Zahnspange Hummer essen, wäre hier ein Vorschlag für einige Erweiterungen von CSS:

position: left-margin

Ein inline-Element positioniert sich an den rechten Rand des Eltern-Elements (kein float, kein br, kein display: block, kein umschließendes Block-Element).

master-width

Alle Elemente dieser Art werden so breit dargestellt. Interessant wird diese Angabe zusammen mit dem folgenden.

content

Das Element ist so breit, wie der Inhalt groß oder lang ist. Bei der Gelegenheit kann man gleich "width: 60char" einführen, für Bilder gibt es ja auch Pixel.

So sieht es dann aus:

<style>
label { position: left-margin; master-width: content; }
</style>
<form>
<label>Name:</label>
<input>
<label>Mail:</label>
<input>
<textarea></textarea>
<input type="submit" value="senden">
</form>
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Mon, 16 Apr 2012 08:00:00 +0200 Martin Heike 2012/04/formular at http://flovv.de
<![CDATA[Stylesheet-Bibliothek]]> 2012/04/stylesheet-bibliothek Das Stylesheet ist soweit fertig und an verschiedenen Seiten getestet. Wenn man jetzt eine Seite mit HTML 5 aufbaut und das Stylesheet einbindet, sollte eine ordentliche, einspaltige Seite zu sehen sein.

Ich werde also im Seminar drei Arbeitsschritte vermitteln: Text, Struktur, HTML. Mehr brauchen wir nicht, den Rest erledigt das Stylesheet. Das mit den Dateiformaten ist noch ein Problem, weil die erst umgewandelt werden müssen (ogv/ogg), damit sie mit HTML 5 funktionieren. Die Dateien sollen ausschließlich auf dem Server liegen und eingebunden werden. Das funktioniert soweit ganz gut.

Die Bibliothek

Die Idee ist es (aber das ist ein anderes, größeres Projekt, das in einem vollkommen anderen Rahmen stattfinden müsste), eine CSS Bibliothek zu haben, die man direkt im HTML-Dokument einbinden könnte, so ähnlich wie mit jQuery und Webfonts über Google, aber unabhängig und ohne zu wissen, wer es benutzt — frei und öffentlich.

Das Stylesheet ist möglichst vollständig und möglichst frei von Stilfragen und Geschmack; als Vorbild dient die Prämisse der Typografen: je weniger man es wahrnimmt, desto besser.

Man kreiert nicht etwas Neues, sondern macht Bestehendes verfügbar.

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Mon, 16 Apr 2012 08:00:00 +0200 Martin Heike 2012/04/stylesheet-bibliothek at http://flovv.de
<![CDATA[Am offenen Herzen]]> 2012/04/herz Ich werde hier das Stylesheet benutzen, dass ich auch für mein Seminar benutze. Wenn es hier in Zukunft also etwas rumpelt, dann bitte nicht wundern. Ich werde so lange am Stylesheet herumschrauben, bis es brauchbar ist.

Allzuviel Zeit werde ich nicht damit verbringen, ich werde so weit gehen, wie ich will. Letztes Jahr habe ich beim Erstellen meiner statischen Seiten einfach selbstausgedachte Tags verwendet. Für das Stylesheet muss ich mich an Standards halten.

Ein anderes Thema ist das Dateiformat für Ton, Bild und Bewegtbild. Ich werde das so einfach wie möglich halten.

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Fri, 13 Apr 2012 08:00:00 +0200 Martin Heike 2012/04/herz at http://flovv.de
<![CDATA[Unitysheet]]> 2012/04/unitysheet Ich habe im letzten Sommer einen Lehrauftrag angenommmen. Es geht um Ästhetik im Sachunterricht in der Grundschule.

Wer mich kennt, kann sich denken, dass ich Medien, Technologien, Computer und das Netz bei einem solchen Thema, das sich mit dem Verhältnis von Mensch und Umwelt beschäftigt, einbaue.

Eine der Aufgaben bestand darin, die Arbeiten, die aus Überlegungen in Form von Text, Experimenten beziehungsweise Techniken in Form von Videodateien und Tonaufnahmen bestanden, in einer Seite darzustellen, die wir ins Netz stellen, damit das nächste Seminar darauf aufbauen kann und Studenten, die nicht am Seminar teilnehmen, auch etwas davon haben und vielleicht sogar auf Ideen kommen.

Das war das erste Mal, dass ich mir ernsthaft über Dateiarten Gedanken gemacht habe, das erste Mal, dass ich HTML ernst genommen habe, das erste Mal, dass ich dort anfangen wollte, wo der Gedanke in Form gebracht wird: beim Text, der anschließend mit HTML-tags ausgezeichnet wird.

Die Dateiarten für Video, Klang und Bild lassen wir mal kurz weg, ich habe Vimeo, Youtube und Flickr genutzt, weil es einfach war.

Die Bedingungen: So wenig Zeit wie möglich am Computer verbingen. Tatsächlich ist es nämlich so, dass wir ziemlich viel Zeit draußen und mit Basteln und mit Machen verbracht haben. Das mit dem Computer soll nur so begleitend laufen, Ziel und Sinn der Sache. Ich höre schon die Ohren schlackern: Ubiquitous Computing, Stöpsel an die Nervenbahnen, Google-Brille aufgesetzt. Nein, ich rede von einer Selbstverständlichkeit des Handwerks der Webseitengestaltung, ganz einfach, ganz billig, ganz 1996. Warum? Weil es einen Trend gibt, der mir Kopfschmerzen bereitet: Das geschlossene Denken.

Das geht so: Ich denke (in den Begriffen der Fachsprache der Disziplin, der ich mich verschrieben habe, in die ich mich eingeschrieben habe), tippe das Ganz in Word und/oder Powerpoint, erzähle es einer kleinen Gruppe von Menschen und mache aus dem Word-Dokument vielleicht noch eine PDF, die kann man dann ins Netz stellen. Vielleicht. Mit direkter Überleitung zur Google-Brille, weil es schöner scheint.

Das Netz ist offen. Die Dateien sind frei, im Sinne von verfügbar und erreichbar.

Ich wollte im zweiten Seminar ein CMS zusammenschrauben, was eine Sackgasse war. Stattdessen haben wir eine HTML-Datei zusammengeschrieben und ins Netz gestellt.

Das klingt jetzt so einfach, technisch und banal, aber das war es nicht, aber das ist ein anderes Thema, ich werde darüber später nachdenken.

Zurück zum HTML. Nun ist das mit HTML ja eine feine Sache, aber wenn man Inhalte, sagen wir mal Text, in HTML setzt, und im Browser aufruft, sieht das vielleicht ordentlich aus? Nein. Und warum nicht, ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung und frage mich das schon von Anfang an: Wieso wir der Text so dermaßen gegen alle Regeln der guten Typografie dargestellt? Da entwickelt sich gerade ein ganz neues Bewusstsein, als wäre die Typografie mit dem Internet erfunden worden. Das ist absurd. Alle schlagen ein Buch auf und sagen: prima, schön gesetzt, nach allen Regeln der Kunst. Alle schlagen Comics auf, sagen: fantastisch, ich verstehe sofort, weil die Regeln eingehalten wurden. Comics. Niemals wurde so viel über Comics geschrieben wie über Webdesign und sie funktionieren tausendmal besser und haben eine Sprache und Regeln entwickelt, nach denen sich Webdesigner die zehn Finger lecken.

Zurück: Wieso sieht HTML so scheußlich aus, wenn ich es mir im Browser ansehe? Egal wie die Antwort lautet, Nerdkram, Männerkram, wahrscheinlich, jedenfalls: ohne CSS geht es nicht.

Also habe ich folgendes gemacht und werde es im nächsten Seminar einsetzen: Ein Standard-HTML-Datei plus Stylesheet.

Call it Unitysheet.

Ach, das passt gerade: Eine befreundete Mutter erzählte mir von dem Problem an der Schule, dass Mädchen zu kurze Röcke trügen und Jungs sich nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren könnten. Ich antwortete: Das Problem gab es bereits Neunzehnhundertsiebzig, und ich konnte mich Neunzehnhundertsechsundachtzig auch nicht auf den Unterricht konzentrieren, weil Mädchen anwesend waren. Ich würde also Schuluniformen einführen. Was ein Witz war, denn Leidenschaft findet (hoffentlich) immer seinen Weg.

Was neutral scheint, kann Leidenschaft entfachen, weil Details an Bedeutung gewinnen.

Sowas wie Schuluniformen für's Netz, das fände ich gut.

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Thu, 05 Apr 2012 08:00:00 +0200 Martin Heike 2012/04/unitysheet at http://flovv.de
<![CDATA[Ein Bild]]> 2012/03/ein-bild Eine meiner schlechten Angewohnheiten ist es, von mir ins Netz gestellte Inhalte wieder zu löschen.

Um so erstaunter bin ich, wenn ich alte Inhalte von mir finde, die ich schon wieder vergessen habe. Bei einer Bildersuche fand ich einen Blogeintrag mit einem acht Jahre alten Foto aus meinem Photoblog, den es schon lange nicht mehr gibt, mit Copyrighthinweis und meinem vollen Namen als Quellenhinweis.

Das finde ich toll und ich habe mich sehr gefreut, als ich das gesehen habe.

Mein Browser sagt, dass das koreanische Schriftzeichen sind. Ich hoffe, in dem Blogeintrag steht etwas Schönes.

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Mon, 12 Mar 2012 08:00:00 +0100 Martin Heike 2012/03/ein-bild at http://flovv.de
<![CDATA[Whitney]]> 2012/02/whitney Von Whitney Houstons Tod habe ich auf Twitter erfahren. Was es darüber zu sagen gab, erfuhr ich in fünf Sätzen, die CNN geschrieben hatte.

Am selben Tag hörte ich mir ihr zweites Album an, weil ich noch nie etwas wirklich angehört hatte, nur zufällig die Hits. Sie hat eine großartige Stimme und die Musik ist ordentlich, gut komponiert, gut produziert. Love Is A Contact Sport kann ich mir in gewissen Zusammenhängen als angenehm vorstellen. Aber ich bin ja wohl auch einer der wenigen, die sich freuen, wenn sie gerickrollt werden.

Die Balladen sind nicht so mein Fall, was daran liegt, dass ich die Produktion nicht leiden kann. Die Balladen sind im Musicalstil gehalten — anstatt aus sich heraus zu singen, scheint sie mich anzusingen zu wollen.

Über ihren Drogenkonsum, den ausbleibenden Erfolg und ihre Beziehungen, über die man spricht als wäre sie die Tochter einer guten Freundin, erfuhr ich am nächsten Morgen von unserer Mitbewohnerin. Gossip.

Wenn ich mehr wissen will, als ich über die Musik hören kann, lese ich Wikipedia.

Anschließend las ich einen Nachruf in der taz, bei dem mir der Bissen meines Toasts mit Erdbeermarmelade aus Dänemark im Hals stecken blieb. Darauf will ich gar nicht näher eingehen, es ist so als ginge jemand zum Arzt und auf die Frage, wo im Hals tut es denn weh, rotzt derjenige als Antwort auf den Boden.

Geoff Barrow von Portishead hat es wenigstens ehrlich einen Tweet zusammengefasst: „A good voice but fuking terrible music..“.

Ich habe schon oft versucht, Argumente dafür zu finden, weshalb Musik, die mir nicht gefällt, schlecht ist. Einfach deshalb, weil ich es insgeheim glaube. Das ist etwas, was man mit sich selbst ausmachen muss: seine Arroganz in Frage stellen. Ich bin damit nicht weit gekommen, außer dass ich mich der Theorien der Kunst bediente und irgendetwas mit „Brüchen“ und „Widersprüchen“ formulierte. Mit anderen Worten, ich filtere Musik und lasse nur durch, was den Ansprüchen der Kunst genügt, um dann hoffentlich zu einem Genuss zu kommen, finde es aber völlig in Ordnung, wenn Musik funktioniert. Nur hat sie dann eine ebensolche Wirkung auf mich wie ein blanker Porzellanteller: lässt mich kalt, aber man kann ja etwas Leckeres drauf servieren. Schlimm finde ich eckige, blaue Teller mit bunten Blumen. Und genau an der Stelle fehlen mir Argumente, weshalb das so ist.

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Thu, 16 Feb 2012 08:00:00 +0100 Martin Heike 2012/02/whitney at http://flovv.de
<![CDATA[Wir waren außer uns vor Glück]]> 2012/01/wir-waren-ausser-uns-vor-glueck Ich habe gerade „Wir waren außer uns vor Glück“ von David Marusek gelesen. Es ist eine Kurzgeschichte von '95, die genau meinen Geschmack trifft.

Ich habe lange nach Science Fiction gesucht, die es schafft, nicht allzu fantastisch, aber auch nicht allzu scheinrealistisch zu sein. Das genau ist ja das Handwerk der Science Fiction. Wenn ich danach gesucht habe, fand ich Fantastische Literatur oder Dystropien, die wohl einzige denkbare Weiterentwicklung.

Ich finde, dass Marusek einen sehr angenehmen, leichten Stil hat, das mag für Leser, die mehr erwarten, enttäuschend sein, für mich ist es genau die richtige Art, meinen Verstand an die frische Luft zu schicken.

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Mon, 30 Jan 2012 08:00:00 +0100 Martin Heike 2012/01/wir-waren-ausser-uns-vor-glueck at http://flovv.de
<![CDATA[Textverarbeitung]]> 2012/01/texteditor Alle meine Texte beginne ich in einem Editor, einem einfach Programm ohne Formatierung. Diese Angewohnheit habe ich entwickelt, als ich anfing, lange Texte für die Formatierung in InDesign vorzubereiten und beim Codieren.

Der Großteil der Menschen wird ein Textverarbeitungsprogramm benutzen, das sofort formatiert und möglichst automatisch gleich beim Schreiben alles genau so aussehen lässt, wie man es erwartet: ein Brief, eine Hausarbeit etc.

So entsteht eine Trennung von Editor und Textverarbeitungsprogramm.

Ich wünsche mir ein Textverarbeitungsprogramm, das sowohl für denjenigen geeignet ist, der codiert und programmiert als auch für denjenigen, der einen Brief an seine Versicherung schreiben will. Durch Exportieren würde man den Text zu dem machen, was er sein soll. Mittels verschiedener Vorschauen könnte man den Text bereits beim Schreiben verarbeitet betrachten, als Kontrolle.

Mir kommt der Gedanke deshalb, weil alle Menschen, die ich kenne, mit einem Textverarbeitungsprogramm ihre Texte zu schreiben und sie bereits beim zweiten Satz Probleme mit der Formatierung bekommen. Ein Editor ist keine gute Lösung, weil sie gerne gleich eine gut lesbare, große Schrift mit angenehmen Zeilenabstand und Rand hätten ohne in unübersichtlichen Einstellungen etwas ändern zu müssen.

So ein Textarbeitsprogramm müsste es geben. Eine Mischung mit dem Besten aus allem: Das Beste aus den Erfahrungen mit den bereits bekannten Textverarbeitungsprogrammen, LaTeX, Markdown, Editoren, Full-Screen-Writing-Software, ja sogar Blogeinträge, in die man zum Beispiel per Drag and Drop Bilder und Links einfügen kann. Für so etwas braucht man wahrscheinlich ein neues Betriebssystem. Auch eine Überlegung wert.

One Ding to rule them all. Es würde vielleicht die Menschen verbinden.

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Tue, 17 Jan 2012 08:00:00 +0100 Martin Heike 2012/01/texteditor at http://flovv.de
<![CDATA[Sunset Park]]> 2012/01/sunsetpark Das letzte Buch, das ich auf Englisch durchgelesen habe, war Macbeth in der Schule.

Dieses Mal war es freiwillig, weil ich probieren wollte, ein Paperback zu lesen, ich wollte sehen, wie es sich liest.

Ich mochte das gelbe, rauhe Papier und den Gesamteindruck, dass ich es mit einem Gebrauchsgegenstand zu tun habe.

Paul Austers Sunset Park ist ein wunderbares Buch. Auch wenn ich manche Absätze nur in etwa verstanden habe, ist doch das Wesentliche leicht verständlich und seine Figuren so dermaßen kunstvoll und liebevoll gestaltet, dass man sie so leicht nicht vergisst.

Den Rest habe ich allerdings auf dem Kindle gelesen.

Foto

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Sun, 15 Jan 2012 08:00:00 +0100 Martin Heike 2012/01/sunsetpark at http://flovv.de
<![CDATA[Zehn Jahre ins Internet schreiben]]> 2012/01/zehnjahre Ich schreibe seit fast zehn Jahren ins Internet. Zur Geburt unserer ersten Tochter habe ich angefangen und Tagesgeschichten geschrieben, um die Verwandten auf dem Laufenden zu halten und zur Erinnerung. Vom 1. Dezember 2002 bis 30. August 2005.

Da ich also Ende des Jahres Zehnjähriges haben werde, las ich heute noch mal in den alten Einträgen. Hier ein paar Auzüge:

Samstag, 14. Dezember 2002

Gestern habe ich Paula nur eineinhalb Stunden gesehen. Ich wollte eigentlich Kaffe kochen, aufs Klo gehen, mich umziehen, die Lasagne in Ofen schieben, ein Geschenk einpacken ... Paula, du hast doch gerade gegessen bzw. getrunken. Bist du gar nicht müde? Kann ich jetzt vielleicht auch mal selbst ...? Nein? Du willst auf jeden Fall rumgetragen werden? Na, gut. Ah, da ist ja die Mama. Ich muss dann jetzt auch wieder los. Tschüss. Das ist ein Tag, nach dem man das Gefühl hat, vieles nachholen zu müssen.

Heute morgen habe ich sodann ihren Lieblingspulli angezogen. Den weißen mit dem Stehkragen. Darin sieht sie aus wie ein arroganter Art-Director, der lieber weiß statt schwarz trägt (was seine Arroganz noch besonders unterstreicht). Es ist wohl eher mein Lieblingspulli. Aber sie beklagt sich nicht. Nur das Anziehen dauert ziemlich lange. Man braucht etwa eine halbe Stunde, bis man alle Körperteile in ihm zurechtgerückt hat und er nicht mehr wie eine Zwangsjacke ihre Extremitäten um sie rum fixiert. Hallo, wo ist denn das Ärmchen? Ach, daaa ist es (wie kommt es denn da hin? Und wie kriegen wir's jetzt wieder da rum?).

Ich habe mir eine Daunenweste in XXL besorgt. Dann kann ich Paula ins Tragetuch nehmen und drumrum die Weste anziehen. Das ist sehr praktisch. Wir beide sind dann gewärmt und ich habe größtmögliche Armfreiheit. Natürlich sehe ich damit total bekloppt aus. Das kleine Mädchen heute morgen im Gemüseladen tat dann sogleich Wahrheit kund: Kuck mal Mama, der Mann hat einen ganz dicken Bauch! Mhm, willst du mal kucken, was da drin ist? Naja, drin lag die schlafende Paula und das Mädchen schaute etwas verwirrt vor sich hin. Vielleicht hätte ich ihr einfach erzählen sollen, dass da Wackersteine drin sind. Das hätte sie wahrscheinlich nicht so verwirrt.

Samstag, 15. Februar 2003

Nichts passiert natürlich. Ich denke oft, wie schnell man die Entwicklung seines Kindes beeinflusst und in bestimmte Bahnen lenkt. Paula wird wohl zur zukünftigen „Generation Unterhaltung“ gehören. Unterhalt mich! ... Jeden Tag um 20.00 Uhr will Paula unterhalten werden. Dann will Sie rumgetragen, rumgehoben, geknuddelt, gewirbelt und gewickelt, geschunkelt und bequasselt werden. Und dann hat Sie viel Spaß und erzählt und lacht. Trotzdem möchte ich mir dabei lieber nicht zusehen. Na, was macht der Papa fürn Quatsch mit dir? fragt Karin dann Paula. Ja, was mach ich da fürn Quatsch eigentlich? Und dann ist Sie müde und will schlafen. Zum Glück. Denn dann fängt mein Feiarabend an, der zeitlich leider mit dem Zu-Bett-Gehn zusammenfällt.

Heute waren wir auf einem Flohmarkt für Kinderware. Anschließend spazierten wir in klirrender Kälte durch Berg und Tal mit dem Ziel, sich bei Speis und Trank die Finger wieder zu wärmen. Wahrscheinlich bilde ich es mir nur ein, aber ich hatte den Eindruck, dass die junge Frau am Nebentisch ihrem jungen Freund häufiger als nötig über die Hand streichelte und gut zusprach: Siehst, du?! Sind Babys nicht süß?! (Wir saßen zu sechst am Tisch: zwei Säuglinge und vier Erwachsene, die sich über Windeln, Verdauung und die Entwicklung der Sprache bei Kindern unterhielten). Ich sah die Panik in seinen Augen. Ich sah seine schlimmsten Befürchtungen in sein Gesicht geschrieben. Im Moment liegen die beiden bestimmt im Bett und sie setzt alle Hebel in Bewegung um ihn zum Beischlaf zu bewegen. Er weiß natürlich genau, was sie vorhat und den Rest kann man sich denken. Nichts passiert natürlich.

Montag, 21. Juli 2003

Es gibt nichts, das großartiger ist: Am Nachmittag seine lachende und zappelnde Tochter in die Luft heben. Dieser Mensch, der sich nichts als freut. Erwachsene haben sich das Freuen mit dem ganzen Körper abgewöhnt. Das einzige, was wir noch erleben, ist ein warmer Schauer, der über den Rücken läuft.

Und, freust Du dich? Joa. Nö, doch. Ist wirklich ... naja ist also echt gut. Nö, ich find's klasse. Mhm, doch. Ich freu mich. Echt. Ne, wirklich. Ist echt schön.

Wenn ich Paula erlebe, fühle ich mich immer etwas alt. Manche nennen das erwachsen sein. Und meinen doch nur faul, freudlos und langweilig. Ich geh jetzt vor lauter Freude durch die Wohnung zappeln.

Sonntag, 09. November 2003

Paula ist einen Schritt weiter. Genau einen Schritt kann Sie machen. Einer kleiner Schritt für andere, ein riesengroßer für Sie.

Demnächst wird Sie ein Jahr alt und wir planen ein rauschendes Fest mit Dinkeltoast und Fencheltee. Wir wollen Sie früh morgens überraschen. Um Punkt Sieben kommt eine Blaskapelle in Ihr Zimmer und spielt „Young Hearts Run Free“ von Candie Staton. Dann entzündet ein Clown ein gigantisches Feuerwerk im Nachbarort, das wir uns von einer Montgolfiere aus anschauen werden. Anschließend überreicht der Chinesische Staatszirkus Ihr ein Bobby Car in Form des legendären Silver Shadows. Vielleicht gehen wir aber auch nur spazieren.

Freitag, 18. März 2005

„Veränderung beginnt im Kopf“ stand letztens im Lokalblättchen. Nein, Veränderung beginnt nicht im, sondern am Kopf: Die Haare werden Grau, die Haut wird blass und das Bindegewebe hält auch nicht mehr das, was es mal versprach. Wird Zeit, dass es Sommer wird. Frühling ist auf jeden Fall seit zwei Tagen da. Hallo! Herrlich, letztes Wochenende saßen wir noch auf dem Schlitten, heute laufen wir im T-Shirt durch den Zoo. Ja, wir waren wieder seit langer Zeit im Zoo. Einer meiner Liebingsorte, weil Paula da ungehindert rumlaufen kann. Es fehlt in dieser Stadt ein Park. Nach dem Zoo waren wir im Botanischen Garten. Auch ein beliebter Ort zum Spazierengehen. Dieses Spannungsverhältnis von Kultur und Natur, von Mensch und Pflanze, von anorganisch und organisch, all das, was eine gute Dynamik ausmacht: lauter Fragen und keine Lösung, ich liebe das. Ein Happening, Ein Readymade, Ein Object trouvé. Kunsthistoriker holen gerade tief Luft und legen sich im Geiste die Worte zurecht ... behaltet sie für euch und genießt. Paula hat übrigens selbst gebeten dort hin zu gehen.

Einer unserer Kosenamen für Paula ist „Eigensinn“. „Du Eigensinn“ sagen wir, wenn sämtliche Verusuche scheitern, Ihr etwas auszureden. Viele Vokabeln der Beeinflussung von Kindern durch Erwachsene sind erschreckend hässlich. Vor wunderschönen Vokabeln werden Präfixe drangehängt, die das Wort verunstalten: ab-bringen, aus-reden, ab-halten. So war Sie heute nicht davon abzuhalten, in unserem Bett zu schlafen. Schon im Auto verkündete Sie: Paula Mamas Bett schlafen, nicht kleines Bett, Angst. Wovor hast Du denn Angst , blablabla, brauchst doch keine Angst haben, blablabla. Paula will nicht diskutieren oder Ihr Herz ausschütten, sondern in unserem Bett schlafen. Als ich Sie dann in Ihr Bett brachte (Hat Sie bestimmt vergessen, das mit unserem Bett), verlief auch alles normal, bis ich Sie hinlegte. Dann ist einfach klar: Ist nicht. Paula will raus oder ins große Bett. Wer Paula kennt, tut in diesem Fall, was Sie sagt. Nun liegt Sie in unserem Bett und ist freudig und glücklich eingeschlafen. Das ist auch ausnahmsweise kein Problem, weil Karin gar nicht da ist.

Letzter Eintrag

Danach entdeckte ich das Bloggen, fotoblogte und blogte mit allem, was mir zwischen die Finger kam. Um das Schreiben ging es mir gar nicht mehr so und manchmal dienten meine Einträge nur dazu, etwas spannender zu sein als Blindtext.

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Fri, 13 Jan 2012 08:00:00 +0100 Martin Heike 2012/01/zehnjahre at http://flovv.de
<![CDATA[Timeline]]> 2012/01/timeline Ich weiß nicht, wieso ich erst gestern auf die Idee kam, meine Lebensjahre und mein Alter in zwei parallelen Spalten nebeneinander zu stellen.

Ich weiß, dass ich enorme Lücken habe, was meine Timeline (Lebenszeitleiste) angeht und immer im Kopf hatte, Zahlen und Ereignisse aufzuschreiben. Wenn ich groß bin, wenn ich alt bin, wenn mir mal langweilig ist.

Bereits diese zwei Spalten reichten, um mir die Augen zu öffnen: Wie jung ich war, als ich Bowie hörte! Wie alt ich war als ich Techno hörte! Wie jung ich war, als ich regelmäßig ins Kino ging! Aktuelle Musik ist ein gutes Element, um Erinnerungen wachzurufen und einzuordnen, weil Alben und Singles exakt datiert sind und ein einziges Lied viel erinnern kann. Bücher und Filme sind schon nicht mehr so einfach. Bei Büchern hätte man sofort die Erstauflage kaufen und lesen und behalten müssen, Filme nur als Sneak Preview sehen.

Tagebuch führen ist auch gut, aber so etwas macht man kaum noch. Blogs sind etwas anderes, ein richtiges Tagebuch ist so etwas hier. Ich habe das auch probiert und drei Tage durchgehalten.

Tatsächlich liefern Album-Releases eine wichtige Organisationsstruktur, die mein Leben erinnernd zusammenhalten. Alles andere erinnere ich ungefähr, Hesse ungefähr mit 17, Buñuel mit 19, Arbeitsweg nach Frankfurt gependelt etwa 35, Einschulung der Tochter steinalt, letzter Clubbesuch vor einem halben Jahr, gefühlte 25 u.s.w.

Mit dem Wegfall der prägenden Alben-Veröffentlichungen ist ein Stück Historie weggefallen.

Jeder Mensch kann mittels Biografie beschrieben werden aber in Wirklichkeit sind wir Lebenskünstler. Man hält das für so selbstverständlich, dass man eine (sic!) Biografie hat und für so besonders, dass jemand ein Lebenskünstler ist; der Lebenslauf kann jedoch auf unendlich viele unterschiedliche Weisen beschrieben werden, und der eigentliche Prozess ist eine dynamische Interaktion, bei der das Gehirn in jeder Sekunde kreativ ist.

Jeder Mensch ist ein Lebenskünstler.

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Tue, 10 Jan 2012 08:00:00 +0100 Martin Heike 2012/01/timeline at http://flovv.de
<![CDATA[Ben Sandler]]> 2012/01/ben-sandler Ich habe mir gerade alle Fotos auf der Seite von Ben Sandler angesehen und finde alle großartig.

Ich stehe auf Retrofuture, aber auch die anderen Serien sind sehr gut. Ein ruhiger, analytischer Blick – das mag ich.

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Thu, 05 Jan 2012 08:00:00 +0100 Martin Heike 2012/01/ben-sandler at http://flovv.de
<![CDATA[C-Print]]> 2012/01/c-print Wer mal in einer Fotoausstellung war, wird vielleicht bemerkt haben, dass bei den Bildhinweisen oft „C-Print“ steht. Diese früheren Verfahren, bei denen von Film auf Fotopapier [1] belichtet wird – und die mit C-Print gemeint sind – gibt es immer weniger, mittlerweile wird der Film eingescannt und auf Fotopapier ausbelichtet, entweder Kodak Endura oder Fuji Crystal Archive.

Eines der Verfahren mit den wohl besten Ergebnissen ist das Ilfochrome (früher: Cibachrome), bei dem vom Dia auf Ilfochrome Classic Papier belichtet wird, einige wenige Labore bieten das noch an, ich vermute nicht mehr lange nicht mehr lange.

Solange es das klassische Ilfochrome Verfahren noch gibt, werde ich jedenfalls schnell noch einmal einen klassischen Ilfochrome probieren.

Der Print ist dabei nicht das Problem, ich muss erst einmal ein Foto mit Diafilm machen, das so gut ist, dass es einer Vergößerung wert ist.

[1] Genaugenommen ist das Trägermaterial gar kein Papier, sondern ein Kunststoff.

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Thu, 05 Jan 2012 08:00:00 +0100 Martin Heike 2012/01/c-print at http://flovv.de
<![CDATA[Julia Margaret Cameron ]]> 2011/12/juliamargaretcameron Portraitfotos machen ist nicht mehr so einfach. Zu viele Bilder sind in den Köpfen, zu viel Information in dem Geist der zu Portraitierenden.

Einen Bildband, den ich immer wieder gerne ansehe, ist der mit Bildern von Julia Margaret Cameron. Einhundertfünfzig Jahre sind die Fotos alt. Leidenschaft (Fotografin), Technik (Kamera) und Wesen (Portraitierte) treffen aufeinander.

Heute geht sowas nicht mehr — zu wenig Zeit, zu viel Wissen. Die Gesellschaft optimiert sich in der Verarbeitung von Information.

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Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100 Martin Heike 2011/12/juliamargaretcameron at http://flovv.de
<![CDATA[Lesegerät ]]> 2011/12/kindle Anfang des Jahres war klar, dass ich ein Kindle haben werden will. Ich hatte noch einmal versucht, dem gedruckten Buch etwas abzugewinnen – vergeblich.

Aufgrund einer sorgsam gepflegten Aufmerksamkeitsstörung in Kombination mit einer altersbedintgten Sehschwäche schien mir das Kindle eine gute Lösung. Ich stellte die Schriftart auf serifenlos um, verminderte den Zeilenabstand und vergrößerte die Schriftgröße. Hatte ich auf dem Bildschirm eher Serifen und großen Zeilenabstand bevorzugt, bemerkte ich auf dem Kindle andere Vorlieben.

Das Gerät hilft mir, mich zu konzentrieren. Oder wie es jemand auf dem Spaziergang heute formulierte: Hauptsache Bildschirm.

Das alleine ist es aber nicht, wenn dieser Fortschrittsbalken unten verschwände wäre es perfekt: reiner Text, serifenlos in gut portionierten Dosen.

Wenn ich den neuen Paul Auster gelesen habe, verliere ich ein paar Worte, damit er mehr Leser gewinnt.

Das Kindle ist toll.

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Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100 Martin Heike 2011/12/kindle at http://flovv.de
<![CDATA[Jam]]> 2011/12/jam Diese Woche habe ich The Time wieder entdeckt. Ich weiß gar nicht mehr, in welchem Zusammenhang, aber nachdem ich alles durchgehört hatte, war mir wieder klar, welche Rolle diese Band für mich in den Achtzigern spielte.

Zuerst hörten wir Prince und nach und nach seine anderen Projekte und Bands. Zum einen gab es offizielle Alben zum anderen Bootlegs, an die wir nur durch persönlich weitergegebene Kontakte kamen — Cassettenkopien mit gräßlichem Sound und großartigem Material. Nach und nach entdeckte man die Grundlage für die unzähligen Songs und Bands: Jam Sessions.

Je tiefer wir eintauchten, desto mehr entdeckten wir, mit was für einer brodelnden Masse an Talenten und Ideen man es zu tun hatte. Die Alben gaben nur einen kleinen Eindruck wider und ware so aufbereitet, dass sie die Hörer nicht allzu sehr überforderten.

Prince und die Musiker spielten minutenlang ein Thema, das irgendwann zu einem oder mehreren Songs wurde. Ich hatte eine Aufnahme von Purple Rain, die dreißig Minuten lang ging, mit einer Textzeile. Prince Maxiversionen sind zusammengeschrumpfte Jams. I would die 4 u ist ein gutes Beispiel.

Ich kenne etliche guter Songs, die er nie veröffentlicht hatte, weil er sie wahrscheinlich nicht unterbringen konnte. Prince ist nie mit Funk bekannt geworden, dafür hatte er eine Band, die er als Gegenpart auftreten ließ: The Time.

The Time war eine Band, in der er selbst nie als Musiker auftrat und doch ein wichtiger Teil von ihm war. Hier hört man einen Teil von Prince durch, den man ohne diese Band wohl nie zu Hören bekommen hätte.

Die Geschichte von The Time.

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Thu, 22 Dec 2011 08:00:00 +0100 Martin Heike 2011/12/jam at http://flovv.de
<![CDATA[Fotos in echt]]> 2011/12/fotosinecht Wenn jemand sagt „Fotos in echt“, meint er immer noch damit, belichtet auf Papier oder PE. Das wird sich nicht ändern, ein Foto ist mehr als ein Bild.

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Sat, 17 Dec 2011 08:00:00 +0100 Martin Heike 2011/12/fotosinecht at http://flovv.de
<![CDATA[Markdown]]> 2011/12/markdown Ich habe erst vor ein paar Wochen Markdown entdeckt. Den Wunsch, Texte zu schreiben ohne sie in Tags einschließen zu müssen, hatte ich schon länger, besonders jedoch als ich Menschen, die noch nie Texte ins Netz geschrieben haben, bewegen wollte, dies zu tun.

Man darf nicht unterschätzen, was — zu Recht — für Widerstände auftauchen, weil man keine Lust hat auf technischen Schnickschnack. Texte müsste man per Drag and Drop in ein Fensterchen ziehen dürfen und müssten dann auf einer Website erscheinen. Ähnlich dem Flickr-Uploader.

Wir (d. h. meine Studentinnen) werden jetzt sämtliche Inhalte in eine HTML-Datei schreiben und ich bringe ihnen fünf Tags bei. Das ist das Mindeste und schon zu viel. So als wollte man Essen gehen und ich würde meine Gästen beibringen müssen, vor und nach jedem Biss den Namen der Speise zu sagen.

Ich selbst blogge hier mit Blogracer, wofür ich Konstantin danke — dafür und für seine Hilfe.

Das Thema ist ein bisschen groß und ich weiß nicht, wie ich es kurz und verständlich formulieren soll, nur so viel: Ich wünschte, Bildung (als Prozess) und Wissen (als Formulierung des aktuellen Wissensstandes) könnte man einfacher lokal oder im Netz organisieren. Es nützt nichts, Schulen mit iPads auszustatten, wenn Wikipedia die einzige Möglichkeit ist, Wissen zu formulieren und zu organisieren. Ich versuche, Youtube, Flickr und Google als Tools den angehenden Lehrern schmackhaft zu machen, aber nicht Kindern. Das ist so als würde ich ihnen zehn Euro und die Hand drücken und sie zum Essen auf den Fischmarkt schicken. (Ich schweife ab).

Und nein, es ist keine Lösung, ein Blog, dessen Stillstand absehbar ist, oder aber ein Wiki zu installieren und zu füllen. Das ist Computerkram und wir nutzen unsere wertvolle Zeit besser.

To be continued. Von mir und von anderen, bitte und hoffentlich und vernünftig.

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Fri, 16 Dec 2011 08:00:00 +0100 Martin Heike 2011/12/markdown at http://flovv.de
<![CDATA[Energie ]]> 2011/12/energie Es ist mir bis heute ein Rätsel, weshalb manche Handlungen Kräfte zehren und manche Kraft geben.

Wirklich spannend wird es dann, wenn man merkt, dass eine Handlung oder Tätigkeit einem leicht fällt und je mehr man sich damit beschäftigt, desto leichter fällt es noch. Ein Idealzustand.

Umgekehrt gibt es Tätigkeiten, für die man eigentlich wenig Energie braucht und einem zudem noch Kräfte rauben. Manchmal passiert das bereits beim Lesen eines einzigen Satzes. Ein einziger Satz kann einen vollkommen schwächen.

Hilfreich ist es, sich Attraktionen zu suchen, denn sie sind in der Lage, träge Masse zu bewegen.

Sowas nennt man wohl Biopsychophysiotherik.

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Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100 Martin Heike 2011/12/energie at http://flovv.de
<![CDATA[Universaltext]]> 2011/12/universaltext Ich frage mich, ob es eine Art Universalschriftart geben könnte, in der sämtlicher Text immer und überall dargestellt wird.

Ich mag Schriftarten und ihre unterschiedliche Gestalt, aber manchmal würde ich gerne den ganzen Tag nur reine Form und reine Schrift sehen. Keine Farben, keine überflüssigen Formen.

Es fängt ja bereits damit an, dass es keine Universalschriftart für den Bildschirm gibt, die immer und überall vollkommen ausgewogen und gleichmäßig ist.

Wenn Bildschirm perfekt wie Bleisatz wäre, würden wir uns vielleicht auch mehr Mühe mit den Texten geben.

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Thu, 13 Dec 2012 08:00:00 +0100 Martin Heike 2011/12/universaltext at http://flovv.de
<![CDATA[Hip-Hop]]> 2011/12/hip-hop Wir hatten Karten für Eric B & Rakim, weil wir „Paid in Full“ so toll fanden. Es war ein Hip-Hop-Konzert mit insgesamt vier Bands; die anderen waren für uns also Vorgruppen, die wir nicht kannten: Public Enemy, Beastie Boys und LL Cool J. Es war 1987 in der Großen Freiheit 36 in Hamburg.

Zu unserer großen Enttäuschung sagten Eric B & Rakim ab, was wir erst dort erfuhren, es gab noch kein Internet und in der Tagespresse wurde sowas nicht mitgeteilt. Wir fanden Beastie Boys ziemlich lustig, LL Cool J ziemlich cool und Public Enemy merkwürdig, weil einer eine große Plastikuhr um den Hals trug und eine viel zu große Plastiksonnenbrille. In dem einen Song ging es um irgendwas mit der Polizei, eine Sirene wurde eingespielt und auf einer Box stand ein Blaulicht. Das machte Eindruck auf uns, es schien ihnen wichtig und ernst zu sein. Wir hatten mit der Polizei nie Ärger gehabt; in Kontakt kam man mit ihnen nur, wenn man sein Fahrrad registieren lassen wollte. Man bekam dann einen Aufkleber, auf dem „Langfinger weg — mein Rad ist registriert“ stand, klebte diesen an den Rahmen und jagte den Dieben damit Angst ein.

Dabei sind wir in einem so genannten Ghetto aufgewachsen, in regelmäßigen Abständen konnte man in der Zeitung lesen, wie gefährlich es bei uns war. Es war kein Ghetto, es ist eine Siedlung, sie heißt Osdorfer Born. Gewalt gab es in allen Stadtteilen und während im Nachbarstadtteil mit Benettonpullis gedealt wurde, waren es dort Drogen. Später erfuhr ich, dass sowohl einer meiner besten Freunde als auch mein ärgster Feind an Drogen starben. Meine Drogen waren Musik, Bücher und Filme. Von meinem ersten selbstverdienten Geld kaufte ich mir einen Gitarrenverstärker, mit 16 spielte ich in einer Band.

Theoretisch hätte Hip-Hop damals bei uns einschlagen können. Praktisch trennten uns Welten. Ich zog '89 nach Heidelberg und dort kam drei Jahre später der erste ernstzunehmende Track raus: „Fremd im eigenen Land“. Ich fand den sehr gut, aber es war nicht meine Hood.

Zwanzig Jahre später fuhr ich in den Osdorfer Born, um dort Fotos zu machen. Ich ging meinen alten Schulweg ab und nahm ein Foto von zwei Menschen auf, die mir gerade entgegen kamen. Es ist eines meiner besten Portraits geworden.

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Fri, 02 Dec 2011 08:00:00 +0100 Martin Heike 2011/12/hip-hop at http://flovv.de
<![CDATA[Warum die Blätter gelb werden]]> 2011/12/herbst In diesem Jahr habe ich einen Lehrauftrag. Es geht um Ästhetik in der Grundschule, genauer geht es darum, Naturphänomene zu entdecken, nachzuvollziehen und diese Erfahrung mit den Ergebnissen der Wissenschaft zu verbinden. Eines der Phänomene ist die Blattverfärbung im Herbst. Wir sammelten Blätter, sortierten sie nach Farben und sahen, dass sie sich von Grün nach Gelb färben, manche auch noch nach Rot.

Warum sie das tun, kann man nachlesen, aber um diesen Prozess zu verstehen, muss man erst einmal die Farbveränderung genau beschreiben. Ziel ist es, von „Der Herbst malt die Blätter bunt“ zu „Der Baum zieht sein Chlorophyll aus den Blättern“ zu kommen. Wenn das Phänomen gut formuliert ist, können Kinder die Erklärung der Wissenschaft besser verstehen.

Animation 1

Die Blätter enthalten Farbstoffe: das grüne Chlorophyll und gelbe Carotinoide. Wenn es kalt wird, produziert die Planze keine Nährstoffe mehr und nimmt das Chlorophyll aus den Blättern in den Stamm und in die Wurzeln; so kann die Pflanze das Chlorophyll im nächsten Jahr wieder verwenden. In den Blättern bleibt der gelbe Farbstoff, deshalb sehen die Blätter gelb aus.

Animation 2

Manche Bäume bilden roten Farbstoff in den Blättern, vermutlich als Schutz vor Licht, wenn das Chlorophyll nicht mehr in den Blättern ist und auch zu Abschreckung von schädlichen Insekten.

In dem Seminar ging es auch darum auszuprobieren, wie man Animationen und Modelle herstellen kann.

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Fri, 11 Nov 2011 08:00:00 +0100 Martin Heike 2011/12/herbst at http://flovv.de